Nowitzki schwärmt: so gefährlich sind die lakers plötzlich
Dirk Nowitzki lachte nur kurz, dann wurde er ernst. «Diese Lakers will im April keiner treffen.» Neun Siege aus zehn Spielen, ein gesunder LeBron James und ein Luka Doncic, der sein Stepback wieder gefunden hat – das reicht dem Würzburger, um Los Angeles plötzlich als dunkles Playoff-Pferd zu sehen.
Doncic, james und reaves: erstmal alle an bord
Die Kehrseite der Kurskorrektur ist simpel: Die drei Stars sind erstmals zusammen auf dem Parkett. «Sie sind jetzt eigentlich zum ersten Mal alle drei gesund», sagte Nowitzki als Analyst bei Amazon Prime Video. Die Konsequenz: Rollenklarheit. Doncic führt die Offensive, Reaves schaltet sich als Secondary-Playmaker ein, James operiert als führender Transition-Turbine – und akzeptiert, dass er nicht mehr jede Entscheidung trifft.
«Er tritt zurück und lässt die Jungen die Offensive tragen», stellt Nowitzki fest. «Aber wenn es schnell wird, ist er immer noch der beste Open-Court-Spieler seiner Generation.» Die Zahle sprechen mit ihm: Seit dem All-Star-Break legt James nur noch 21,3 Schüsse pro 36 Minuten, sein niedrigster Wert seit 2015. Gleichzeitig steigt sein Anteil an Ballverteidigung und Hilfsrotationen – ein Komfortopfer, das die Lakers endlich stabil wirken lässt.

Defense endlich außer der kategorie „chaotisch“
Die Defensivwende ist kein Zufall. Zwölf der vergangenen 15 Geger blieben unter 112 Punkten, im Season-Average kassiert LA seit 1. März nur noch 109,4 – Platz 5 der Liga in diesem Zeitraum. «Von der Defensive bin ich beeindruckt», sagt Nowitzki. «Sie wechseln sauber zwischen Zone und Manndeckung, Kennard presst die Flügel zu, Ayton hat endlich verstanden, dass Nachschwächen nicht nur was für andere sind.»
Die Mischung macht’s: In der Zone verstecken sie James, in der Manndeckung liefern Reaves und Kennard die Druckpicks, während Ayton als Drop-Big die Rim-Protection übernimmt. Die erlaubte Punktezahl im Pick-and-Roll fiel seit Februar um 8,2 Prozent – größte Verbesserung der Western Conference.

Playoff-gegner werden nervös
Nowitzki kennt die Mechanik von April und Mai. «Sie haben drei Leute, die allein ein Spiel drehen können», betont er. «Wenn sie in Best-of-Seven auftrumpfen, brauchst du nur eine schlechte Viertelstunde, und du liegst 0-2 zurück.» Die Lakers haben sich selbst in die Lage gebracht, um den sechsten Rang mitzuspielen – was Game 7 zu Hause bedeuten würde.
Die nächsten Termine bestimmen alles: Dienstag in Minnesota, Freitag gegen Golden State, danach Oklahoma City. Gewinnen sie zwei dieser Partien, bleiben sie vorbei von den Play-In-Horrorszenarien. Verlieren sie alle drei, droht erneut das 7-10-Turnier – und genau das wäre das Szenario, das selbst das aufkeimende Selbstvertrauen wieder zerreißen könnte.
Für Nowitzki steht fest: «Ist das eine Mannschaft, auf die man gerne trifft? Ich bin wirklich beeindruckt.» Und beeindruckt heißt in der Sprache der Playoffs: lieber meiden. Die Lakers sind wieder da – und diesmal nicht nur als Hollywood-Show, sondern als echter Kandidat für späte Mai-Nächte.
