Nowitzki erstrahlt in berlin: fiba erhebt deutschlands basketball-giganten in den olymp

Kurz nach 20 Uhr hallt ein Knistern durch den Ballsaal des Hotel Adlon. Nicht das Mikrofon – es ist die Stimme von Dirk Nowitzki, die einen Moment lang bricht. Der Teleprompter streikt, 400 Gäste stocken den Atem. Dann liest der 47-Jährige vom Handy, dankt seinen Eltern, seiner Heimat Würzburg, den Teamkollegen, den Gegnern, den Sanitatoren. Keine Show, reiner Nowitzki: schlicht, lang, echt.

Berlin wird zur basketball-kirche

Die FIBA Hall of Fame zeremonie war mehr als eine Ehrung – sie war ein Machtdemonstration des deutschen Sports. Neben Nowitzki betraten Sue Bird, Hidayet Türkoglu und Wang Zhizhi die Bühne, doch der Applaus gipfelte beim Namen des Würzburgers. „Er ist unser Leuchtturm, kein Spot, kein Reflektor, ein Leuchtturm“, sagte DBB-Präsident Ingo Weiss, und selbst Franz Beckenbauer hätte diesen Satz nicht höher schrauben können.

Die Zahl, die alle sprachlos macht: 21 Jahre Profikarriere, 31.560 NBA-Punkte, eine Trikotnummer 41, die in Dallas niemals wieder angefasst wird. Dazu Bronze 2002, Silber 2005, zweimal MVP bei Welt- und Europameisterschaften. Und jetzt, 2026, endlich das letzte versprochene Stück: die Aufnahme in die weltweite Ruhmeshalle. „Ich bin froh, hier zu sein“, sagte Nowitzki, „aber ich bin noch glücklicher, dass es vorbei ist.“ Lachen im Saal, Entspannung in seinem Nacken.

Nur schrempf war vor ihm, wembanyama kommt danach

Nur schrempf war vor ihm, wembanyama kommt danach

Mit der Ehrung rückt Deutschland ins Zentrum der Basketball-Welt – und rutscht gleichzeitig in die Pflicht. Victor Wembanyama, 22 Jahre, 2,24 Meter, saß in Reihe zwei, lauschte, filmte mit dem Handy. Nowitzki hob ihn in der Rede hervor: „So etwas habe ich noch nie gesehen.“ Der junge Franzose grinste, die Zukunft winkte. Der Leuchtturm funktioniert in beide Richtungen: Er strahlt, und er lenkt.

Die Veranstaltung endete mit einem Klang, der lauter war als jede Musik: das Knirschen von 400 Stühlen, alle springen auf, wollen ein Foto, ein Autogramm, ein Stück Nowitzki. Draußen vor dem Hotel warten schon die nächsten Fans, Trikots aus den 2000er-Jahren über Pullis gezogen. Berlin ist keine Basketball-Stadt, aber an diesem Dienstag war sie es doch. Und wird es bleiben, solange Nowitzkis Lichtstrahl durch die Hall of Fame fällt – gerade, unbeirrbar, deutsch.