Norwegen will bei der wm 2026 für furore sorgen – aber die gruppe macht sorgen!
Stale Solbakken und sein Team haben sich ambitionierte Ziele gesetzt: Bei der WM 2026 will Norwegen nicht nur teilnehmen, sondern auch überraschen. Mit einem Angriff, der Namen wie Erling Haaland, Martin Odegaard und Alexander Sorloth aufweisen kann, scheint der Norden das Potenzial zu haben, einige der etablierten Fußballgrößen herauszufordern. Doch der Weg ist steinig, denn die Auslosung war gnadenlos.
Die gruppe des todes: eine mammutaufgabe für norwegen
Norwegen ist in einer Gruppe gelandet, die man wohl treffend als „Gruppe des Todes“ bezeichnen könnte. Neben Frankreich, dem amtierenden Weltmeister, trifft das Team auf Senegal und Irak. Eine Aufgabe, die selbst für die stärksten Mannschaften eine echte Herausforderung darstellt. Die Frage ist: Kann Norwegens Angriffskraft diesen Defiziten in der Abwehr standhalten?
Trainer Stale Solbakken, selbst ein WM-Erfahrener von 1998, steht vor seiner ersten Weltmeisterschaft als Coach. Seine bevorzugten Formationen sind das bewährte 4-4-2 und das offensive 4-3-3. Solbakken setzt auf einen klaren, positionellen Spielaufbau, der das Tempo des Spiels diktieren soll. In der Defensive versucht man, den Raum zu kontrollieren und Fehlpässe der Gegner zu provozieren – eine Strategie, die in der Theorie überzeugend klingt, aber gegen die individuelle Klasse von Gegnern wie Frankreich auf eine harte Probe gestellt wird.
Die Zahlen lügen nicht: Norwegen glänzte in der Qualifikation mit einer beeindruckenden Torquote von 4,6 Toren pro Spiel – die höchste der UEFA in einem Qualifikationsverfahren mit mehr als vier Spielen. Martin Odegaard lieferte dabei sieben Assists, davon vier für Erling Haaland. Ein weiteres Zeichen für die offensive Stärke Norwegens ist der hohe Pressingaufwand, insbesondere von Haaland und Sorloth, die in den Qualifikationsspielen mehr Pressingaktionen als jeder andere europäische Stürmer durchführten.
Doch es gibt auch Schattenseiten. Die Abwehrreihe Norwegens wirkt fragil und es fehlt an etablierten Weltklasse-Verteidigern. Zudem scheint die WM-Pause von 28 Jahren eine gewisse Hemmung auszulösen. Die beste Leistung bei einer WM war der Einzug ins Viertelfinale 1998 – ein Szenario, das angesichts der aktuellen Konkurrenz in der Gruppe kaum realistisch erscheint.

Erling haaland: der schlüssel zum erfolg – oder zum scheitern?
Ein Spieler ragt aus dem norwegischen Kader heraus: Erling Haaland. Seine Qualifikationsbilanz ist schlichtweg atemberaubend: 16 Tore in acht Spielen, eine Quote von 2,04 Toren pro 90 Minuten – und das ohne einen einzigen Elfmeter. Seine 22 Großchancen in der Qualifikation waren mindestens zwölf mehr als die jedes anderen Spielers in Europa. Seine Trefferquote aus dem Spiel heraus ist phänomenal (0,23 xG pro Torschuss). Die Frage ist, ob er dieses unglaubliche Niveau auch gegen besser organisierte Defensiven bei der WM halten kann. Die Antwort liegt wohl in seinem unbändigen Willen und seiner außergewöhnlichen Qualität.
Das Problem ist nicht die individuelle Klasse von Haaland, sondern die Frage, ob die Mannschaft in der Lage ist, ihn ausreichend zu unterstützen und ihm die Räume zu schaffen, die er benötigt, um sein volles Potenzial auszuschöpfen. Solbakken muss eine Balance finden zwischen offensiver Schlagkraft und defensiver Stabilität, um Norwegen eine realistische Chance auf den Einzug ins Achtelfinale zu geben. Wenn er das schafft, könnte Norwegen tatsächlich für einige Überraschungen sorgen. Andernfalls droht ein früher K.O. in der „Gruppe des Todes“.
Die Reise nach Kanada, Mexiko und den USA wird für Norwegen eine Zerreißprobe. Aber eines ist klar: Mit Haaland im Sturm und einem Trainer, der sich seiner Sache sicher ist, ist alles möglich. Die Welt hält den Atem an – wird Norwegen die Erwartungen erfüllen?
