Norwegen stiehlt kanada die bronze – historischer wm-coup in der schweiz

Kanada verlässt zum dritten Mal in Serie ohne Medaille eine Eishockey-WM. Der Rekordweltmeister kassierte gegen Norwegen eine 2:3-Niederlage nach Verlängerung – ein Ergebnis, das selbst in den skurrilsten Eishockey-Fieberträumen kein Buchmacher je auf die Kette gebracht hätte.

Eishockey-mutterland trifft auf unbeirrte wikinger

Die Partie um Platz drei begann nach norwegischer Lesart. Mathias Pettersen schockte die NHL-Galaxis um Sidney Crosby und Macklin Celebrini bereits in der siebten Minute. Stian Solberg legte in der 33. Minute nach – und plötzlich lag der haushohe Favorit zurück. Kanadas Antwort? Erst in den letzten beiden Minuten. Robert Thomas jagte das Puck mit zwei Gegentoren in Serie in die Overtime. Doch dort, in der vierten Minute, schlug Noah Steen zu. Tor, Jubel, Geschichte.

Für Norwegen ist es die erste WM-Medaille überhaupt. Die beste Platzierung datierte bis heute aus dem Jahr 1951 – Rang vier. Der Triumph kommt nicht aus dem Nichts. In der Vorrunde setzten sich die Skandinavier in der Todesgruppe B vor Tschechien, Schweden und der Slowakei durch. Im Viertelfinale folgte ein 2:0 gegen Lettland. Erst im Halbfinale stoppte Gastgeber Schweiz die Wikinger mit 6:0. Doch gegen Kanada fanden sie zurück ins Spiel, das sie in diesem Turnier schon so oft gewannen: Disziplin, Tempo, Hartnäckigkeit.

Der tag, an dem die ordnung ins wanken kam

Der tag, an dem die ordnung ins wanken kam

Henrik Haukeland, DEL-Schlussmann der Straubing Tigers, stand 65 Minuten sicher zwischen den Pfosten. Er entschärfte 38 Schüsse. Seine Gegenüber Jordan Binnington sah dagegen selten gut aus – und das bei einem Team, das vor dem Turnier noch als Titelfavorit galt. Nach dem Halbfinal-Aus gegen Finnland (2:4) war der Riss in Kanadas Maschinerie sichtbar geworden. Die Bronze-Partie offenbarte ihn nur noch deutlicher.

Für Deutschland bleibt die WM 2026 eine Enttäuschung. Wie im Vorjahr reichte es nicht über die Gruppenphase hinaus. 2027 wird die DEG gastgebende Nation sein – dann will das Team von Bundestrainer Harold Kreis nachlegen. Die Schweiz spielt am Abend (20.20 Uhr) gegen Finnland um den ersten WM-Titel ihrer Geschichte. Das Finale wird live auf ProSieben und MagentaTV übertragen.

Norwegen feiert. Kanada trauert. Und der Eishockey-Welt verändert sich ein Stück weit. Zum dritten Mal in Folge verpasst das kanadische Sammelbecken an NHL-Stars eine Medaille. Die letzte war Gold 2023 – damals besiegte Kanada im Finale Deutschland mit 5:2. Drei Jahre später ist die Machtbalance verschoben. Die Wikinger haben die Krone angezweifelt. Und sie tragen sie nun – Bronze oder nicht – mit Stolz nach Hause.