Norwegen dominiert holmenkollen: hedegart gewinnt 50-km-klassiker im nebel
Oslo – Nebel, Schnee, kein Kläbo – und trotzdem ein norwegischer Sieg. Einar Hedegart hat am Holmenkollen die 50-km-Loipe erobert, als hätte er sie nie verlassen. 129. Auflage, acht Norweger in den Top Ten, kein Gegner kam vorbei.
Der 24-Jährige, eigentlich Biathlet, brauchte 2:19:01 Stunden und feierte im sechsten Einzelrennen seiner Laufbahn bereits den dritten Sieg. Dahinter Harald Östberg Amundsen und Martin Löwström Nyenget – Silber und Bronze, alles Heimspiel. Die Deutschen? Abgeschlagen. Friedrich Moch wurde 20., Florian Notz 23., beide mehr als 1:50 Minuten zurück.

Ein unfall wirft kläbo raus, ein neuling übernimmt
Johannes Hösflot Kläbo, sechsfacher Olympiasieger, lag nach seinem Sturz in Drammen mit Gehirnerschütterung im Bett. Für ihn war Schluss, für Hedegart die Bühne frei. „Ich wusste, dass ich kann, wenn der Körper mitspielt“, sagte er nach dem Rennen, die Stimme rau vom kalten Wind. Der Nebel hing wie eine Wand über der Loipe, die Spur war kaum zu sehen. Hedegart fuhr trotzdem Vollgas.
Die Zuschauer jubelten sich heiser, die Skistöcke klapperten wie Maschinengewehr. Hedegart setzte 200 Meter vor dem Ziel den Endspurt, Amundsen kam nicht mehr heran. Norwegen feiert, Deutschland schaut zu. Moch sprach von „einem harten Tag“, Notz von „fehlenden Kraftreserven“. Die Fakten: Kein Deutscher unter den Top 15, keiner in Schlagdistanz.
Nächste Woche geht’s nach Lake Placid: 10 km klassisch, Sprint, 20 km Massenstart. Für Hedegart ist die Saison noch lang, für Kläbo die Pause ungewollt. Der Holmenkollen gehört weiterhin Norwegen – seit 1888, jetzt und wohl auch morgen.
