Norris attackiert trotz 36-punkte-rückstand: „wir bauen das schnellste auto des feldes“

Der Weltmeister steht mit dem Rücken zur Wand – und gibt sich siegessicher. Lando Norris reist mit 36 Punkten Rückstand auf George Russell nach Suzuka, doch statt zu jammern, zündet er den Turbo: „Unser Ziel ist klar: erst Podium, dann Siege. Der Rest ergibt sich.“

Mclaren zittert vor dem motoren-drama von china

Mclaren zittert vor dem motoren-drama von china

In Shanghai war die Glocke für das Team aus Woking vorbei. Erst Sprint-Rang vier, dann Motorschaden – Norris konnte nicht einmal starten. Teamkollege Oscar Piastri schleppte sich mit Getriebeschmerzen nur ein paar Runden weit. „Zwei Autos auszufallen, das schmerzt mehr als jeder Punkteverlust“, sagt Norris und ballt die Faust. Doch statt in Selbstmitleid zu versinken, ließ er die Ingenieure durchgehend rechnen. „Die Jungs haben die Fehlerquelle gefunden, neue Teile liegen bereits in den Kisten.“

Die Luft in der Garage ist dünn. Mercedes hat mit Russell die Tabellenführung übernommen, Red Bull schlittert trotz Winterkrise vorne mit, und McLaren muss erst wieder zu alter Stärke finden. Norris weiß: „Wir sind aktuell das drittbeste Team – und das reicht nicht für die Titelverteidigung.“ Dennoch glaubt er fest daran, dass die MCL39 noch zum Silberpfeil mutiert. „Die Basis ist gut, die Entwicklung steil. Wenn die Upgrades in Imola und Barcelona sitzen, holen wir 20, 30 PS und jede Menge Abtrieb.“

Die nächsten fünf Rennen nennt er „Mini-Playoffs“. Suzuka, Bahrain, Saudi-Arabien – alles Strecken, die Aerodynamik und Motorleistung bestrafen. „Dort können wir zeigen, dass Melbourne und China Ausrutscher waren.“ Dabei spielt auch die Psychologie mit: Norris will mit schnellen Runden direkt in der ersten Session Druck aufbauen, damit Mercedes und Red Bull ins Zweifeln kommen. „Wenn du in FP1 schon drei Zehntel weglegst, glaubt die Konkurrenz an Magie – und wir glauben erst recht.“

Die Stimmung im Lager ist laut, fast lauter als der V8-Sound der Testbänke. Teamchef Andrea Stella schickt täglich Länder-Flags in die WhatsApp-Gruppe – wer die meisten Rennsiege vorhersagt, darf das nächste Upgrade benennen. Norris tippt auf „Sakura“, weil die Japaner wie McLaren klein, aber erbarmungslos seien. Emotionale Spielchen? Vielleicht. Aber sie wirken. „Jeder hier schläft ein paar Stunden weniger, weil er wissen will, wie schnell wir morgen sind.“

Die Uhr tickt. 18 Rennen sind noch zu fahren, 36 Punkte zu holen – das entspricht einem Sieg plus Schleifenbonus. Norris hat schon mal den Helm auf: „Ich bin nicht nach Japan gekommen, um Zweiter zu werden. Ich bin hier, um zu zeigen, dass McLaren auch mit Rückstand noch der Maßstab ist.“ Wenn er in Suzuka aufs Podium fährt, schlägt er zwei Fliegen mit einer Klappe: Er verdrängt Russell aus der Komfortzone und katapultiert sich selbst zurück in die Titelspur. Die Formel-1-Welt spätestens dann: Diese Saone ist noch lange nicht entschieden.