Nordische kombination vor dem aus? olympia-zukunft ungewiss
- Nordische kombination vor dem aus? olympia-zukunft ungewiss
- Ioc unter beobachtung: die zukunft der kombination auf dem prüfstand
- Ioc-forderungen: mehr universalität und zuschauerinteresse
- Die rolle der frauen: nebenwirkung oder strategische entscheidung?
- Optimismus und skepsis: stimmen aus dem lager der athleten
- Protest und solidarität: athleten kämpfen für ihre disziplin
- Dosb unterstützt die nordische kombination
- Alternative sportarten im gespräch
Nordische kombination vor dem aus? olympia-zukunft ungewiss
Auch die Olympischen Spiele in Mailand und Cortina d’Ampezzo brachten der deutschen Nordischen Kombination keine Medaille. Die Zukunft der traditionsreichen Disziplin ist dabei ungewisser denn je. Steht die Nordische Kombination vor dem Aus im olympischen Programm? Eine Frage, die während der Wettkämpfe im Val di Fiemme allgegenwärtig war.
Ioc unter beobachtung: die zukunft der kombination auf dem prüfstand
IOC-Präsidentin Kirsty Coventry, FIS-Präsident Johan Eliasch und Karl Stoss, Chef der IOC-Programmkommission, weilten in Norditalien, um die Lage zu beurteilen. Die Nordische Kombination, ähnlich wie der Parallel-Riesenslalom im Snowboard, stand unter besonderer Beobachtung. Es geht um nichts weniger als die olympische Existenz der Sportart. Das IOC hatte den Verantwortlichen nach den Spielen in Peking bereits eine Art „Hausaufgaben“ aufgetragen.

Ioc-forderungen: mehr universalität und zuschauerinteresse
Das IOC fordert eine stärkere Universalität der Nordischen Kombination, also eine breitere internationale Beteiligung im Weltcup und eine größere Anzahl von Nationen mit Medaillenchancen. Auch das Zuschauerinteresse, gemessen an den Einschaltquoten, war 2022 zu gering. Erst im Juni soll das Exekutivkomitee des IOC eine endgültige Entscheidung über den Verbleib der Nordischen Kombination im olympischen Programm treffen – dann auch unter Berücksichtigung der Frauen.

Die rolle der frauen: nebenwirkung oder strategische entscheidung?
Das IOC betont, dass die fehlende Beteiligung der Frauen in 2026 lediglich eine „Nebenwirkung“ sei. Man habe die Frauen nicht integrieren wollen, um sie dann eventuell gemeinsam mit den Männern wieder aus dem Programm zu streichen. Eine klare Aussage über die Zukunftsperspektiven der Frauen in der Nordischen Kombination bleibt jedoch aus.

Optimismus und skepsis: stimmen aus dem lager der athleten
Die Aussichten auf einen Verbleib der Nordischen Kombination sind schwer einzuschätzen. Vinzenz Geiger zeigte sich „genervt, dass es diese Diskussion überhaupt gibt“. Johan Eliasch bezeichnete die Disziplin sogar als „persönliches Highlight“ während der Spiele. Annika Malacinski, US-amerikanische Kombiniererin, ist jedoch pessimistisch: „Ich bin überhaupt nicht optimistisch. 2022 waren wir alle optimistisch, aber dann wurden die Frauen nicht ins Programm aufgenommen und sogar die Männerbewerbe infrage gestellt.“
Protest und solidarität: athleten kämpfen für ihre disziplin
Malacinski protestierte zusammen mit Kolleginnen am Rande der Wettkämpfe mit Schildern, auf denen stand: „Make Olympics gender equal“. Sie betont: „Unser Sport kann ohne die Olympischen Spiele nicht überleben.“ Die finanzielle Grundlage vieler Athleten, sei es durch staatliche Förderung oder Sponsorengelder, hängt vom olympischen Status der Sportart ab.
Dosb unterstützt die nordische kombination
Auch der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) bekräftigt seine Unterstützung. DOSB-Präsident Thomas Weikert sagte: „Wir setzen uns weiterhin an allen erdenklichen Stellen dafür ein, dass die Nordische Kombination olympisch bleibt.“ Der DOSB betont zudem die Bedeutung der Nordischen Kombination als Basis- und Ausbildungsdisziplin für den nordischen Skisport.
Alternative sportarten im gespräch
Als Alternativen werden Cyclocross und Crosslauf diskutiert, die das französische Organisationskomitee der kommenden Spiele als Ergänzung vorschlagen könnte. Allerdings müsste dafür die Olympische Charta geändert werden, die Wintersportarten auf Schnee und Eis definiert. Eine Übernahme der Nordischen Kombination durch Frankreich, sollte das IOC sie streichen, ist ebenfalls denkbar.
