Nordderby-desaster: werder bangt um kasse nach pyro-wahnsinn!

Grüne Wut auf dem Rasen, grüne Blicke in der Chefetage: Das Nordderby zwischen Werder Bremen und dem HSV hat nicht nur sportlich für Aufregung gesorgt, sondern auch ein finanzielles Fiasko in Gang gesetzt. Die 3:1-Erfolgsparty wird den SV Werder teuer zu Buche schlagen – sehr teuer.

Polizeieinsatz und pyrowut treiben kosten in die höhe

Tarek Brauer, Geschäftsführer von Werder Bremen, schlägt Alarm: „Aufgrund des Polizeieinsatzes und der gezündeten Pyrotechnik dürften erhebliche Kosten im sechsstelligen Bereich auf uns zukommen.“ Die Rede ist von einem Betrag zwischen 700.000 und 750.000 Euro – eine Summe, die selbst gestandene Bundesliga-Klubs vor Probleme stellen kann. Ein Großteil dieser Kosten entfällt auf den massiven Polizeieinsatz, der aufgrund der Hochrisikoeinstufung des Spiels notwendig war. Allein hierfür werden zwischen 400.000 und 450.000 Euro fällig.

Doch damit nicht genug. Die Ultras von Werder sorgten für ein Feuerwerk der besonderen Art, das den DFB auf den Plan rief. Rund 250.000 Euro Strafe drohen dem Verein für das Abbrennen von Pyrotechnik – eine stolze Summe, die im Nachgang des Hinspiels bereits 274.000 Euro betrug. Die Hessische Bilanz ist somit schon erheblich belastet.

Verwüstungen im gästebereich: toiletten in flammen

Verwüstungen im gästebereich: toiletten in flammen

Ein weiterer Schock: Im Gästebereich des Weserstadions herrscht Chaos. Verwahrloste Sanitäranlagen, teilweise in Flammen aufgegangen, treiben die Kosten weiter in die Höhe. Bislang geht man von einem Schaden von rund 50.000 Euro aus, doch sollte auch die Lüftungsanlage beschädigt sein, könnte die Summe auf bis zu 150.000 Euro ansteigen. Klarheit in dieser Angelegenheit wird voraussichtlich kommende Woche geschaffen.

Der HSV hat bereits seine Unterstützung zugesagt. „Wir werden den Bremer Kollegen und den Behörden helfen, Verursacher zu identifizieren und mit den entsprechenden Konsequenzen durchzugreifen“, erklärte HSV-Vorstand Eric Huwer. Sollten die Täter als HSV-Fans identifiziert werden, ist es üblich, dass der Gastverein für die entstandenen Schäden aufkommt. Doch die Polizeikosten bleiben Werder ersichtlich erspart.

Auch politisch wird Druck ausgeübt. Marco Lübke, CDU-Sprecher Bremens, forderte: „Die Schäden bei solchen Hochrisikospielen dürfen nicht einseitig beim Heimverein hängen bleiben. Es müssen auch die Verursacher zur Verantwortung gezogen werden. Dazu gehört, den Gastverein – hier den HSV – angemessen zu beteiligen.“ Die Debatte um die Verteilung der Kosten und die Verantwortung für das eskalierende Nordderby ist noch lange nicht abgeschlossen. Die Frage, wer letztendlich den Preis für den Pyro-Wahnsinn zahlen muss, bleibt vorerst offen.