Niedermaier schreibt radsportgeschichte: nur 30 sekunden fehlten zum coup!
Saluzzo – Ein Paukenschlag beim Giro d’Italia Donne! Antonia Niedermaier hat mit ihrem zweiten Platz in der Gesamtwertung die Radsportwelt überrascht und sich in die Weltspitze gerückt. Die 23-Jährige Rosenheimerin schnupperte im finalen Zeitfahren sogar kurz am Gesamtsieg, bevor Demi Vollering sich doch noch durchsetzte. Ein Ergebnis, das den deutschen Radsport seit Jahren nicht mehr erlebt hat.

Die lange wartezeit hat sich gelohnt
Niedermaiers Triumph ist umso bemerkenswerter, wenn man bedenkt, dass sie erst seit Kurzem im professionellen Radsport Fuß fasst. Nach einer erfolgreichen Karriere im Skibergsteigen wagte sie den Wechsel aufs Rad – und scheint dafür prädestiniert zu sein. „Es bedeutet mir viel. Ich habe lange auf dieses Podium gewartet“, sagte Niedermaier erleichtert und erschöpft nach dem Rennen, während sie ihre gläserne Trophäe fest umklammerte.
Die Entscheidung fiel auf der dramatischen neunten und letzten Etappe. Niedermaier kletterte vom dritten auf den zweiten Platz vor und schien kurzzeitig die Oberhand über die bis dato führende Anna van der Breggen zu haben. Doch Vollering, die zwischenzeitlich etwas abgehängt war, zeigte eine beeindruckende Aufholjagd und sicherte sich den Gesamtsieg. Nur 30 Sekunden fehlten Niedermaier am Ende zum Triumph im Rosa Trikot – eine Zeitspanne, die im Radsport eine Ewigkeit sein kann.
Die Leistung im Gebirge war schlichtweg herausragend. Niedermaier schaffte es, sich den Spitzenteams zu entziehen und im entscheidenden Moment zuzuschlagen. Ein Coup, der zeigt, dass mit ihr in den kommenden Jahren zu rechnen ist.
Niedermaiers Erfolg ist nicht nur ein Erfolg für sie selbst, sondern auch für den deutschen Radsport. Seit 2009, als Claudia Lichtenberg den Giro gewann, hat es keine deutsche Fahrerin mehr auf das Podium geschafft. Niedermaier hat diese Durststrecke beendet und neues Selbstvertrauen in die deutsche Radsport-Szene gebracht.
Und was im Juni 2026 nicht ist, kann ja noch kommen. Mit nur 23 Jahren steht Niedermaier noch am Anfang ihrer Karriere. Die Fans dürfen sich auf eine rosige Zukunft freuen – insbesondere, wenn man bedenkt, dass bereits zwei ehemalige Wintersportler, Florian Lipowitz und Antonia Niedermaier, für Furore im Radsport sorgen. Die Entwicklung ist beeindruckend, von Platz sechs im Jahr 2024 über Rang fünf im Jahr 2025 bis hin zu diesem historischen zweiten Platz im Giro d’Italia Donne.
Die Zahlen sprechen für sich: Antonia Niedermaier hat nicht nur das Rennen dominiert, sondern auch einen neuen Standard für junge deutsche Radsportlerinnen gesetzt. Ihr Erfolg ist ein Beweis dafür, dass harte Arbeit und Leidenschaft zum Erfolg führen können – und dass der deutsche Radsport eine vielversprechende Zukunft hat.
