Neuville übernimmt die kontrolle: dramatischer tag beim kroatien-rallye!

Thierry Neuville hat im Kampf um den Sieg der Kroatien-Rallye eine erstaunliche Wende vollzogen. Nach einem anfänglichen Rückstand von fast 14 Sekunden auf Toyota-Youngster Takamoto Katsuta feierte der Hyundai-Pilot am Samstag einen autoritären Vorsprung von über einer Minute – ein umso bemerkenswerterer Umschwung angesichts der chaotischen Ereignisse im Verlauf des Tages.

Pajari verliert die führung durch pech

Die Rallye war bis dato von Sami Pajari dominiert worden, dem jungen Finnen, der die ersten Etappen mit beeindruckender Souveränität bestritten hatte. Doch am Samstag schlug das Schicksal zu: Ein Platten im brütal anspruchsvollen Generalski Stol - Zdihovo-Abschnitt zwang Pajari zu einer unerwarteten Reifenpanne und einem kostspieligen Boxenstopp. Die Konsequenz: Der führende Nordmann rutschte auf den dritten Platz ab, nun fast anderthalb Minuten hinter dem neuen Führenden Neuville.

Neuville hatte zwar bereits in der SS10 kurzzeitig den zweiten Platz von Katsuta übernommen, doch seine Antwort in der folgenden Wertungsprüfung war unerbittlich. Er nutzte die Schwächen seiner Konkurrenten gnadenlos aus und übernahm die Spitze. Die Szene spricht Bände: Pajari, sichtlich frustriert, gestand nach seinem Aussetzer: 'Ich habe keine Ahnung, wo ich den Platten hatte, so ist das eben.' Ein bitterer Moment für den jungen Fahrer, der seine komfortable Führung der vergangenen Tage so leichtfertig aus der Hand gab.

Katsuta bleibt im rennen

Katsuta bleibt im rennen

Während Neuville seine Position festigte, zeigte Takamoto Katsuta eine bemerkenswerte Konstanz. Der Toyota-Pilot vermochte es, inmitten des Chaos die Ruhe zu bewahren und positionierte sich als zweiter im Gesamtklassement. 'Es ist schade, weil wir die Situation eigentlich kontrollieren wollten', bedauerte Katsuta. 'Es war wirklich wie im Lotto – selbst auf Schotterstrecken finden wir nicht so viele Steine.'

Doch das war nicht alles. Oliver Solberg zeigte eine beeindruckende Aufholjagd, reihte nach seinem frühen Ausfall eine ganze Reihe von Bestzeiten aneinander, bevor auch er dem Pech nicht entkommen konnte und ebenfalls einen Platten erlitt. Elfyn Evans, ebenfalls mit dem Ziel, die Gesamtführung zurückzugewinnen, sicherte sich den Etappensieg in der SS16. Auch Sean Armstrong konnte seine wachsende Erfahrung unter Beweis stellen und zeigte mit guten Zeiten, dass er ebenfalls zu den Herausforderern gehört.

Die Katastrophe im Generalski Stol - Zdihovo

Der zweite Durchgang durch Generalski Stol - Zdihovo entpuppte sich als entscheidender Moment. Eine Welle von Reifenplatzern traf die Top-Fahrer – Pajari, Katsuta, Paddon und Armstrong fielen in die Falle, ebenso wie Josh McErlean, der bereits im vorherigen Abschnitt mit Problemen zu kämpfen hatte. Das Ergebnis: Ein Durcheinander, das die Rangordnung komplett auf den Kopf stellte.

Paddons konstanz und fourmaux

Paddons konstanz und fourmaux's unglück

Hayden Paddon konnte sich im Chaos behaupten und sicherte sich einen verdienten vierten Platz, während Adrien Fourmaux eine weitere bittere Erfahrung hinnehmen musste. Ein Unfall in der SS12 zerstörte den linken Bereich seines i20 N Rally1, nachdem er von der Strecke abgekommen war. Ein weiteres Kapitel im unglücklichen Wochenende des französischen Fahrers.

Nur noch vier Etappen mit insgesamt rund 60 Kilometern trennen Neuville und Hyundai Motorsport nun von ihrem ersten Saisonsieg. Die Spannung ist kaum auszuhalten. Die Frage ist nicht, ob Neuville seine Führung verteidigen kann, sondern wie stark der Widerstand von Katsuta und den Verfolgern sein wird. Die kroatische Landschaft wird am Sonntag ihre finale Antwort geben.