Neuseelands wm-hoffnung: experte rechnet gnadenlos ab
Die Fußball-Weltmeisterschaft in Kanada steht vor der Tür, und die Erwartungen an Neuseeland sind gemischt. Während die „All Whites“ nach einer langen Pause wieder dabei sind, äußert ein prominenter Experte deutliche Zweifel an der Qualität des Kaders – insbesondere an Rechtsverteidiger Tim Payne.

Payne: mehr social-media-star als fußballprofi
Tim Payne, dessen Instagram-Account inzwischen 5,8 Millionen Follower zählt, hat durch eine virale Werbung des argentinischen Influencers Valen Scarsini unerwartet Bekanntheit erlangt. Doch Lutz Pfannenstiel, ehemaliger Torwart und heutiger Fußball-Experte bei MagentaTV, hält die Euphorie für fehl am Platz. Seine Einschätzung ist unmissverständlich: „Er ist einer der Schlechtesten in der Mannschaft. Ein sehr limitierter, durchschnittlicher, ehrlich, hart arbeitender rechter Außenverteidiger, der sehr froh sein muss, dass er bei einer WM auch mal mitspielen darf.“
Pfannenstiel betonte, dass Payne lediglich „sehr solide“ sei – und das war es dann auch schon. Der 32-Jährige wurde beim WM-Qualifikationsspiel gegen den Iran nach 77 Minuten ausgewechselt. Die Neuseeländer qualifizieren sich zum dritten Mal nach 1982 und 2010 für die Weltmeisterschaft.
Doch Pfannenstiel sieht auch Lichtblicke. „Man muss das Stigma von früher ablegen, dass einer mal ein Schafshirte und der andere ein Automechaniker war. Das ist wirklich nicht mehr so“, so der 53-Jährige. „Es ist keine filigrane, technische Truppe. Aber es ist eine körperlich sehr robuste und große Mannschaft, die sehr hart arbeitet.“
Trainer Darren Bazeley habe das Spiel „mehr auf Ballbesitz ausgelegt“, ergänzte Pfannenstiel. „Es bewegt sich etwas im neuseeländischen Fußball. Den Amateurgedanken von früher gibt’s nicht mehr.“ Die Entwicklung ist spürbar, aber ob sie für eine erfolgreiche WM-Teilnahme ausreicht, bleibt abzuwarten. Die Abhängigkeit von einzelnen Spielern, deren Bekanntheit eher aus dem Social-Media-Bereich als vom Fußballplatz stammt, könnte Neuseeland am Ende zum Verhängnis werden.
Die Wahrheit ist: Payne ist ein Produkt seiner Zeit, ein Beispiel dafür, wie Social Media den Sport verändert. Aber auf dem Rasen zählt am Ende die Leistung – und da hat der neuseeländische Rechtsverteidiger noch Luft nach oben.
