Neuer-mania: tausende pilgern zu dfb-keeper – ist das der wm-schlüssel?
Herzogenaurach bebte am Freitag – und das nicht wegen eines neuen Autos von BMW. Ein Mann zog alle Blicke auf sich: Manuel Neuer. Der DFB-Keeper sorgte für einen regelrechten Ansturm im „Brand Store“ des DFB-Ausrüsters, als er spontan eine Autogrammstunde verlängerte. Die Szene wirft die entscheidende Frage auf: Kann die Aura des Weltmeisters wirklich den deutschen Fußball retten?
Die schlange vor dem helden
Schon um 7:30 Uhr morgens tummelten sich die ersten Fans vor dem Store, obwohl Neuer erst am späten Vormittag erwartet wurde. Rund 1000 Menschen drängten sich trotz der Hitze geduldig in einer langen Schlange, um einen Blick auf ihren Idol zu erhaschen, ein Selfie zu schießen oder ein Autogramm zu ergattern. Nur 600 konnten den Weltmeister von 2014 tatsächlich nahe kommen, doch die waren alles andere als enttäuscht. Die spontane Verlängerung der Autogrammstunde auf eine volle Stunde von Neuer selbst zeugt von einem außergewöhnlichen Einsatz.

Kimmich: „manu ist der beste torhüter aller zeiten“
Die Begeisterung für Neuer schlägt auch in den Reihen der Nationalmannschaft Wellen. Joshua Kimmich ließ am Freitag auf Nachfrage von Sport1 keine Zweifel daran, dass er die Diskussion um das Comeback des Keepers nicht nachvollziehen kann. „Manu ist der beste Torhüter aller Zeiten und immer noch einer der besten Torhüter der Welt“, stellte er klar. Die Moral-Debatte, die sich um Neuers Rückkehr dreht, scheint ihn wenig zu berühren. Vielmehr betont er die Bedeutung von Neuers Ausstrahlung, die die jungen Spieler im Team offensichtlich begeistert.

Maximilian beier: die aura des weltmeisters
Maximilian Beier schwärmte ebenfalls von Neuer: „Ich freue mich. Manu ist der beste Torwart, den es jemals gab, und er macht uns stärker. Er hat einfach diese Aura.“ Selbst Nathaniel Brown zeigte sich regelrecht „geflasht“ von der Begegnung mit dem DFB-Kapitän beim Frühstück und bei der Physiotherapie.
Baumann im schatten – oliver baumann, die nummer zwei, scheint aktuell etwas unterzugehen.
Oliver Baumann, die Ex-Nummer 1 und neue Nummer 2, gerät in diesem Neuers-Fokus ins Hintertück. Er wird am Sonntag gegen Finnland im Tor stehen, aber die Lobeshymnen auf Neuer müssen sich für ihn wie ein kleiner Verrat anfühlen. Kimmich versuchte, Baumann das Vertrauen auszusprechen, doch die Debatte um Neuers Rolle dominiert.
Wird die aura allein reichen?
Die Frage, ob allein die Rückkehr von „Mister Aura“ ausreichen wird, um die WM erfolgreich zu gestalten, bleibt offen. Schließlich schied die Nationalmannschaft 2018 und 2022 in der Vorrunde aus, obwohl Neuer im Tor stand. Der 37-Jährige selbst hat sich noch nicht zu Wort gemeldet und wird frühestens kommende Woche in Chicago gegen die USA sprechen. Ob die Euphorie um Neuer berechtigt ist, wird sich zeigen. Aber eines ist klar: Die deutschen Fußballfans haben ihren Helden zurück – und das ist ein guter Anfang.
