Neuer-debatte eskaliert: ex-keeper payer kritisiert dfb-entscheidung scharf
Die Diskussion um Manuel Neuer und seine Rückkehr ins DFB-Team hat eine neue, überraschende Wendung genommen. Helge Payer, ehemaliger österreichischer Nationaltorhüter und nun auch als Mentaltrainer tätig, schießt nun scharf gegen die Entscheidung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und sieht einen direkten Zusammenhang zwischen Neuers Leistungen und der Degradierung von Oliver Baumann.

Psychologischer druck: baumanns abstieg wirkt sich auf neuer aus
Payer, der im Interview mit wettbasis.com sprach, argumentiert, dass die Debatte um Baumann, und insbesondere die öffentliche Behandlung des Keepers, Neuers Auftreten auf dem Platz negativ beeinflusst hat. „Die Diskussion um Baumann ist so tief in seine Torwartpsychologie, in seinen Kopf hineingegangen, dass ihm die Ausstrahlung fehlt“, so Payer. Er beobachtete bereits bei Neuers Auftritten während der WM Anzeichen für Verunsicherung: „Er wirkt sehr verlegen, bekommt ein gezwungenes Lächeln auf die Lippen, wenn er darauf angesprochen wird – das ist in der Situation überhaupt nicht angebracht.“
„Es ist etwas kaputt gegangen“, stellte Payer fest, wobei er betonte, dass es sich nicht um Neuers legendären Status handele. „Das wird ihm niemand nehmen, er hat das Torwartspiel wie nur wenige vor ihm verändert.“ Dennoch sieht der Ex-Profi, der 20 Länderspiele für die ÖFB-Auswahl bestritt, einen Riss in Neuers Selbstverständnis. „Aber mit der Art und Weise der Nominierung hat sich der DFB keinen Gefallen getan.“
Die Kritik am DFB geht über die reine Nominierung hinaus. Payer verteidigte Neuer vehement gegen die Kritik an seinem möglichen Fehler beim 1:2 gegen Ecuador, wies auf die Ähnlichkeit mit den Äußerungen von Timo Hildebrand hin und bezeichnete die Verurteilung als „absoluten Schwachsinn“. Neuers eigene Erklärung nach dem Spiel, so Payer, sei „absolut richtig“ gewesen, räumte aber ein: „Wenn Manuel Neuer die Situation jetzt noch einmal sieht, würde er etwas anders machen.“
Die Situation verdeutlicht, dass die Rückkehr Neuers nicht nur eine sportliche, sondern auch eine psychologische Gratwanderung ist. Der DFB hat hier einen riskanten Weg gewählt, dessen Folgen sich erst noch zeigen werden. Ob Neuer seine Aura zurückgewinnen und die Mannschaft wieder stabilisieren kann, bleibt abzuwarten. Die kommenden Spiele werden zeigen, ob die Entscheidung des DFB die richtige war – oder ob sie den Nimbus des Rekordnationaltorwarts weiter trübt.
