Neuer zögert: 40 oder karriere-aus? freund enthüllt, was wirklich zählt

Die Uhr tickt. In sieben Tagen wird Manuel Neuer 40 – und noch immer schweigt der Kapitän, ob er nach der WM 2026 weiter zwischen den Pfosten steht. Christoph Freund lüftete am Freitag den Vorhang: Es gibt keine Deadline, nur ein Bauchgefühl.

„Er hört in seinen Körper rein“, sagte der Sportdirektor nach der Trainingseinheit in München-Säbener Straße. „Ob er das Gefühl hat, noch ein Jahr auf diesem Niveau spielen zu können. Wichtig ist, was sein Bauchgefühl sagt.“ Die Formulierung klingt soft, ist aber ein Ultimatum an den Weltmeister: Keine Marketing-Abteilung der Welt kann einem Torhüter die Knie vortäuschen.

Der april wird entscheiden – und die englischen wochen

Freund schiebt die Entscheidung in den späten Frühling. Neuer will erst sehen, „was der April und Anfang Mai bringt, wenn er wieder im Tor steht, wie er sich dann fühlt, auch in englischen Wochen“. Gemeint sind die Partien gegen Leverkusen, Barcelona und den Pokal-Halbfinal-Gegner. Drei Liga-Spiele in acht Tagen – ein Belastungstest für ein Geburtstagskind.

Trainer Vincent Kompany grinst, wenn er über das Alter spricht. „40 ist jung“, sagt der Belgier, der selbst am 10. April die gleiche Zahl auf der Torte stehen hat. „Meine Knie haben damals anders entschieden.“ Für ihn steht fest: Nur der Hunger zählt. „Manu hat sich von einer ganz großen Verletzung zurückgekämpft. Diese Saison war er in einer unglaublichen Form.“

Bayern plant schon jetzt mit nübel – oder ohne neuen mann

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Hinter den Kulissen hat der Klub zwei Szenarien durchdekliniert: Verlängerung bis 2027 plus Option auf 2028. Oder ein Abschied nach 15 Jahren, 510 Pflichtspielen und 237 Budenliga-Partien ohne Gegentor. Alexander Nübel wartet seit 2020 auf seine Chance. Der Verleih an Stuttgart endet 2026, die Rückhol-Klausel ist günstiger als je zuvor.

Doch wer glaubt, Neuer würde sich von internen Drängeln beeinflussen lassen, kennt den Norddeutschen schlecht. 2020 verlängerte er trotz Knorpelschaden, 2022 trotz Skitour-Fraktur. Beide Male kam er zurück – besser. Die Frage ist nicht, ob er kann, sondern ob er will. Und ob Bayern riskiert, auf einer 40-jährige Legende eine ganze Saison zu bauen.

Die Antwort kommt nicht per Pressemitteilung. Sie kommt, wenn Neuer nach einem Reflex gegen Haaland aufsteht und merkt: Die Beine sind noch schneller als der Ball. Oder wenn er nach einem 0:3 in Barcelona denkt: Reicht mir. Bis dahin schweigt der Kapitän. Und der Klub wartet – mit dem Blick auf den Kalender und dem Blick auf die Knie seines bestbezahlten Keepers.