Neuer lässt real verzweifeln – eberl wirft vertrags-tür weit auf

40 Jahre, null Respekt vor Mbappé, drei Punkte im Bernabéu: Manuel Neuer spielte sich am Dienstagabend mit einer Hand die Champions-League-Krone wieder auf den Kopf. Der FC Bayern gewann 2:1 in Madrid – und danach gab Max Eberl das Statement ab, auf das ganz München gewartet hatte.

„Er braucht keine powerpoint mehr“

Der Sportvorstand schickte die Botschaft noch vor der Dusche hinterher: „Er braucht keine großen Argumente mehr liefern. Er soll einfach nur gesund bleiben, mutig bleiben – dann setzen wir uns.“ Kein „wenn“, kein „aber“, kein kleingedrucktes Fitness-Kapitel. Die Tür steht offen, die Kasse ist bereit, der Captain darf unterschreiben, wann er will.

Neuer selbst hält die Reihenfolge zuerst fest: April entscheiden, danach reden. Fünf Pflichtspiele in 16 Tagen, dann legt er die Unterschrift hin – oder eben nicht. Für Eberl klingt das bereits wie Formsache. „Ehrlicherweise bin ich nicht erstaunt. Manu spielt schon die ganze Saison auf dem Niveau“, sagte er und streute locker das Schreckgespenst aller Klubverantwortlichen ein: „Mit seiner Erfahrung, seinen x-hundert Spielen …“

Die parade, die alte kameras zum glühen bringt

Die parade, die alte kameras zum glühen bringt

Minute 66: Mbappé startet links, zieht nach innen, zielt ins lange Eck. Neuer streckt sich, tippt den Ball an den Außenpfosten – und hält die Bayern im Rennen um den Halbfinaleinzug. Sport1 gab Note 1, Real gab den Rest: Daumen hoch vom gegnerischen Fanblock, Applaus selbst vom spanischen Pressevolk.

Die Szene passt ins Bild einer Saison, in der Neuer laut Datenportal InStat 78 Prozent der Großchancen vereitelte – Bundesliga-Durchschnitt: 62. Seine Fußabwehrquote liegt bei 96,3 Prozent, ein Wert, den selbst moderne Ballspiel-Keepers in der Statistik nur mit Mühe erreichen. Kurz: Er altert nicht, er raffiniert.

Was wirklich zählt: das gehalt und die geduld

Was wirklich zählt: das gehalt und die geduld

Bayern plant mit 15 Millionen Euro Jahresgehalt plus leistungsabhängiger Boni, Quelle: Verhandlungskreis der AZ. Die Laufzeit: 1+1-Jahres-Kontrakt, Kicker-Option, nicht Spielzahl-abhängig. Anders als 2021 will die Geschäftsführung keine Trainings- oder Auftritts-Klausel einbauen. „Wir vertrauen seinem Körper und seinem Kopf“, sagte Eberl.

Neuer wiederum vertraut dem Gefühl. Es ist dasselbe, das ihn 2014 in Rio zum Weltmeister und 2020 in Lissabon zum Triple-Helden machte: „Ich habe einfach ein gutes Gefühl, wenn ich auf dem Platz stehe.“

Die Entscheidung fällt zwischen Pokal-Viertelfinale und Liga-Endspurt. München wartet, Madrid zittert – und der alte Hüter lacht noch immer am lautesten.