Neuer lässt mbappé schimpfen – bayern stürzt real in die krise

Die Nacht, in der Manuel Neuer zum alten Zauberer wurde, endete mit einem sarkastischen Lachen. „Das ist ja eine Frechheit“, sagt der bayern-Keeper, nachdem Kylian Mbappé ihn doch noch überlistet hatte. 71. Minute, 1:2. Der Ball kratzte am Innenpfosten – und Neuer kratzte sich am Kopf. Denn er wusste: Dieser Treffer ändert nichts daran, dass der FC bayern erstmals seit zwölf Jahren wieder im Bernabéu gewonnen hat. 2:1. Ein Ergebnis, das die Königlichen in helle Aufregung versetzt.

Warum real jetzt plötzlich zittert

Carlo Ancelotti schlurfte wie ein Mann, der seinen Schlüssel verlegt hat. Seine Defensive wirkte ideenlos, die Mittellinie wie ein Schweizer Käse. Vinicius Jr. war noch vor der Pause gelähmt, Toni Kroos mit 34 Jahren plötzlich der einzige Dirigent. Dabei hatte der Coach genau dieses Szenario vorhergesehen – und trotzdem nichts dagegen gesetzt. Die Statistik ist brutal: Seit 2012 wartet Real auf einen Heimsieg gegen die bayern. Jetzt droht dem Rekordmeister im Champions-League-Viertelfinale das Aus.

Neuer selbst war der Unterschied. Er entschärfte neun Großchancen, zweimal gegen Mbappé im Eins-gegen-Eins. „Sie sind mit die besten Spieler der Welt“, sagt er später, „aber heute war mein Tag.“ Die Zahlen sprechen für sich: 13 Paraden, 9 xG verhindert, eine Quote von 87 Prozent. Kein Torwart hatte im Bernabéu je eine solche Leistung gebracht. Amazon-Prime-Experte Lothar Matthäus sprach von „galaktischer Gala“, selbst die spanische Presse überschrieb: „San Neuer“.

Mbappés frust und der flicken im netz

Mbappés frust und der flicken im netz

Doch der Franzose nagt. Im Mixed-Zone flüsterte er Reportern zu: „Wir haben ihn zu oft frei gesehen.“ Gemeint ist Neuer, aber auch die Lücke zwischen Nacho und Rüdiger. Mbappés Treffer war nur ein Trostpflaster. Die Protokoll-Seite zeigt: Real schoss 23-mal, traf nur einmal. bayern kam auf sieben Torschüsse – und traf zweimal. Effizienz versus Ego. Die Art von Sieg, die Trainer Thomas Tuchel liebt: „Wir haben das Spiel kaputtgemacht, nicht schön.“

Die Stimmung im bayern-Block kochte. 4.000 Reisende sangen „Finale, Finale!“, während die Madrilenisten schon vor Abpfiff Pfiffe ausspuckten. Der Klub droht zum ersten Mal seit 2010 ein Viertelfinal-Aus ohne Torvorteil. Und das, obwohl man im Sommer rund 300 Millionen Euro in neue Stars investierte. Die Konsequenz: Präsident Florentino Pérez soll bereits intern nach einem Plan B für den Sommer suchen – mit oder ohne Ancelotti.

Was jetzt auf dem spiel steht

Was jetzt auf dem spiel steht

Mittwoch, 21 Uhr, Allianz Arena. Die Bayern brauchen kein Wunder, nur einen Punkt. Doch die Geschichte lehrt: Wer Real einmal wackeln sieht, bekommt sofort Selbstzweifel zu sehen. Tuchel warnt: „Wir haben noch nichts erreicht.“ Aber er weiß auch: Sein Torwart ist zurück auf Weltklasse-Niveau. Und das ist die wahre Nachricht dieser Nacht. Nicht der Sieg, sondern die Rückkehr des Manuel Neuer, der nach seiner Schulter- und Achillessehn-Pause endlich wieder der letzte Boss ist.

Die Königliche hat geblutet. Der Gefrorene vom Bodensee – so nennen ihn spanische Medien – hat sie kalt gestellt. 2:1. Es ist erst der Halbzeitstand. Aber im Kopf von Real Madrid kreist bereits die Frage: Wie stoppt man einen Neuer, der wieder denkt, er sei unschlagbar? Die Antwort wird das Rückspiel bringen. Eines ist sicher: Ohne Neuer in dieser Form gibt es für die Bayern kein Finale. Mit ihm vielleicht schon.