Neto entkommt strafe: chelsea-star darf gegen psg ran
Pedro Neto spielt, Reece James nicht. Genau diese Personalie könnte den Unterschied zwischen Aufbruch und Absturz bedeuten, wenn Chelsea am Mittwoch im Rückspiel der Champions-League-Achterfinale gegen Paris Saint-Germain die 2:5-Katastrophe von vor acht Tagen wettmachen will.
Neto hatte im Parc des Princes kurz vor Abpfiff einen Balljungen weggestoßen, weil der ihm das Spielgerät nicht zügig zurückgab. Der Junge stürzte vom Hocker, die Tribüne zischte, die sozialen Netzwerke kochten. Doch die UEFA begnügte sich nun mit einer Verwarnung. Der Grund: Neto suchte den Jungen nach dem Schlusspfiff auf, überreichte sein verschwitztes Trikot und entschuldigte sich. Der Vorfall landete folglich im Regal „geahndet, aber ohne Folgen“ – ein Luxus, den sich der Klub anderswo kaum leisten kann.

Chelsea zittert um james – und um die champions league
Die echten Sorgen hat Trainer Liam Rosenior woanders. Reece James, Kapitän und Lebensversicherung auf der rechten Abwehrseite, zog sich erneut eine Oberschenkelblessur zu – die zehnte dieser Art seit seinem Debüt. Der Scan steht noch aus, aber der Klub rechnet intern mit mehreren Wochen Pause. Das Timing ist brutale Ironie: Chelsea hat aus den letzten fünf Premier-League-Spielen nur einen Sieg geholt und muss bis Saisonende mindestens Vierte werden, um nicht auch noch das internationale Geschäft aus der zweiten Reihe bestreiten zu müssen.
Die Zahlen sind gnadenlos: Seit der 74. Minute in Paris kollabierte die Mannschaft, kassierte drei Gegentore in 20 Minuten, und die Köpfe gingen runter. Ohne James fehlt nicht nur Tempo auf der Außenbahn, sondern auch die Stimme, die das defensive Netz organisiert. Seine Ausfälle häufen sich in einem Rhythmus, der Fragen nach der Belastungssteuerung aufwirft – und nach der medizinischen Abteilung, die schon wieder ein Gutachten liefern muss.
Neto dagegen darf ran. Der Portugiese ist Roseniors einziger Turbo, der in der Lage ist, eine 3:0-Führung herauszulaufen. Das klingt utopisch, doch das Stadion wird kochen, denn Chelsea braucht nicht nur ein Wunder, sondern auch ein Signal. Die UEFA lieferte das erste, indem sie Neto freisprach. Jetzt liegt es an ihm, mit Toren statt mit Schulterchecks für Aufsehen zu sorgen. Die Rechnung ist simpel: Wer am Mittwoch nicht wenigstens dreimal trifft, darf die Europa League planen – und James wird selbst dann nicht zurückkommen.
