Neto entkommt dem bannstrahl – chelsea darf gegen psg weiter auf ihn bauen

Stefan Fischer aus Pelkum Sportwelt meldet: Pedro Neto darf im Rückspiel ran. Die UEFA warf ihm zwar unsportliches Verhalten vor, verzichtete aber auf eine Sperre. Chelsea darf also auf seinen Flügelflitzer setzen, wenn gegen Paris Saint-Germain am Dienstag um 21 Uhr in der Stamford Bridge die letzte Hürde zum Viertelfinale genommen werden muss.

Der vorfall im parc des princes

95. Minute, Chelsea liegt 2:5 zurück, Neto will schnell den Ball. Der Balljunge hält ihn fest, der Portugiese schubst. Der Junge kippt, Neto greift sich den Ball, spielt weiter. Sekunden später pfeift der Schiri ab. Die Bilder gehen um die Welt, Twitter explodiert. Neto weiß sofort, dass er Scheiße gebaut hat. Er rennt hin, hilft dem Jungen auf, umarmt ihn, zieht das Trikot über den Kopf und drückt es ihm in die Hand. „Ich habe mich ungefähr 35-mal entschuldigt“, sagt er später bei TNT Sports.

Die UEFA leitet Ermittlungen wegen Artikel 15 ein, prüft, ob eine Sperre fällig ist. Die Entscheidung fällt knapp: Verwarnung, aber kein Matchverbot. Die Begründung: Neto habe reagiert, Schadenersatz geleistet und keine Verletzung verursacht. Chelsea atmet auf. Mit einem 0:3 aus dem Hinspiel wäre der Ausfall des schnellsten Dribblers ein Debakel gewesen.

Was das für chelsea bedeutet

Was das für chelsea bedeutet

Trainer Enzo Maresca kann wieder auf seine Tempowaffe setzen. Neto lief in dieser Saison 37 Sprintduelle über 35 km/h, mehr als jeder andere Chelsea-Profi. Ohne ihn wäre links nur der 19-jährige McCready übrig geblieben – talentiert, aber Champions-League-Neuling. Netos Verteidigung: „Wir lagen zurück, und in der Hitze des Gefechts wollte ich den Ball schnell haben.“ Der Balljunge hat längst verziehen, das Trikot hängt jetzt über seinem Schreibtisch.

Die Wette: Chelsea braucht mindestens zwei Tore, ohne zu kassieren. Die Statistik spricht gegen sie: Nur zwei Teams holten nach einem 2:5-Pleite im Hinspiel noch das Weiterkommen. Die letzte Mannschaft, die das schaffte, war Manchester United 2019 gegen PSG. Neto lacht trocken: „Wir haben nichts mehr zu verlieren. Alles oder nichts.“

Die UEFA hat gesprochen, Neto bleibt spielbereit. Für Chelsea ist das ein kleiner Sieg im Krieg gegen die eigene Krisenstimmung. Ob er reicht, wird sich am Dienstag zeigen. Fest steht: Ohne Neto wäre die Mission kaum machbar. Mit ihm zumindest möglich.