Nebel vernebelt frankfurt: mainz trifft in letzter sekene und versetzt eintracht in tiefschlag

55 Sekunden reichen, um eine Saison in Stücke zu schlagen. Paul Nebel traf in der 89. Minute und schickte Eintracht Frankfurt mit 1:2 aus Mainz nach Hause – eine Niederlage, die sich wie ein Biss in die Meisterschaft trägt.

Der Treffer war der zweite des 21-Jährigen an diesem Sonntag und der bitterste. Frankfurt hatte lange den Punkt im Sack, doch dann ließ die Hintermannschaft Kaishu Sano laufen wie durch ein offenes Tor. Nelson Weiper scheiterte zwar noch an Michael Zetterer, doch Nebel schob den Abpraller unhaltbar ins Netz.

Riera verzichtet auf götze – und zahlt lehrgeld

Trainer Albert Riera verbannte Weltmeister Mario Götze nicht einmal auf die Bank. Er setzte stattdessen auf Jonathan Burkardt, der an alter Wirkungsstätte antrat. Die Rechnung ging nicht auf. Frankfurt wirkte in der ersten Hälfte wie nach einem Europacup-Absturz: passiv, ideenlos, zu spät in den Zweikämpfen.

Arthur Theate rückte für den gesperrten Robin Koch in die Viererkette, wurde aber schon früh zum Pechvogel: Sein Grätscher bei Nebels ersten Treffer lenkte den Ball unhaltbar ab. Die Eintracht lief fortan einem Rückstand hinterher, den Nathaniel Brown in der 20. Minute ausgleichen sollte – ein Tor, das mehr vom Glück als von Spielkultur zeugte.

Chaibi trifft aluminium, sano trifft nerven

Chaibi trifft aluminium, sano trifft nerven

Nach dem Seitenwechsel drehte Frankfurt auf, aber nur in der Statistik: 62 Prozent Ballbesitz, zwei Lattenkracher, ein geblockter Schuss nach dem anderen. Farès Chaibi setzte in der 61. Minute einen Kopfball an den Querbalken, Ritsu Doan zwang Daniel Batz zu einer Glanzparade. Doch Tore wollten nicht fallen – und am Ende fiel das falsche.

Die 33.305 im ausverkauften Mewa-Stadmen sahen ein Drama, das sich in der 75. Minute schon hätte entscheiden können. Referee Tobias Stieler pfiff Foul an Sheraldo Becker, aber weil Burkardt zuvor seinem Gegenspieler Aurele Amenda ins Bein trat, blieb es beim Frestoß statt Elfmeter. Kurz darauf doppelte Becker an Pfosten und Latte.

Mainz steigt ab dem abstieg weg, frankfurt rutscht in die krise

Mainz steigt ab dem abstieg weg, frankfurt rutscht in die krise

Mit dem Sieg springt Mainz auf Rang 13 und hat drei Punkte Vorsprung auf den Strich. Frankfurt dagegen verpasst den Anschluss an die internationalen Plätze und muss nun bangen, dass die Saison nicht ins Mittelmaß abrutscht. Die Tabelle lügt nie: Nach 28 Spielen stehen 40 Punkte – zu wenig für Europa, zu viel für Panik. Aber die Stimmung wird kälter.

Die Eintracht muss am Samstag gegen Bochum gewinnen, sonst droht der nächste K.o. Und diesmal gibt es kein Abseits, keine Latte, keinen Schiedsrichter, der noch pfeift. Nur noch 90 Minuten, um das Jahr zu retten. Die Uhr tickt.