Nebel erlöst mainz: doppelpack im derby rettet karneval vor dem abstieg
Ein Nebel, der den Abstieg vertreibt: Paul Nebel schießt Mainz 05 mit zwei Toren im 89. Minute zum 2:1-Sieg gegen Eintracht Frankfurt und riss 33.000 im Mewa-Stadion in einen ohrenbetäubenden Jubelorkan. Die Nuller klettern auf Platz elf und haben plötzlich sechs Punkte Luft auf den Relegationsrang.
Der 6. Minute: Einwurf Becker, Nebel mit abgefälschtem Schuss, Zetterer ohne Chance. Der 89. Minute: Sano stolpert, Widmer flankt, Weiper köpft, Zetterer pariert, Nebel nagelt den Abpraller aus fünf Metern in die Maschen. Dazwischen lagen 83 Minuten Zittersport und ein Frankfurt, das durch Bahoyas Ausgleich dachte, der Abstiegskrach wäre vorbei.
„Ich hab nur geschossen, weil nadiem meckert“
Der Matchwinner selbst schreibt das Double dem verletzten Kollegen Amiri zu. „Der hat mir jede Woche gesagt, ich solle öfter aufs Tor zielen“, lacht Nebel und ruft Richtung Block: „Das war für dich, Bruder.“ Der 23-Jährige traf dreimal in den letzten vier Partien – vorher hatte er in 57 Bundesliga-Spielen nur zwei Treffer erzielt.
Die Statistik, die Mainz jetzt feiert: Erstmals seit 2022 gewinnen die Nuller ein Spiel nach Rückstand. Und erstmals seit über einem Jahr kassieren sie kein spätes Gegentor. Stattdessen schlagen sie selbst zu und machen aus 1:1 drei Punkte. Die Auswärtstabelle verrät: Frankfurt kassierte daheim schon acht Niederlagen – so viele wie zuletzt 1984.

Keller-konkurrenten patzen, mainz jubelt
Während Nebel den Ball über die Linie drückt, schlägt in Köln das Schott-Geräusch: 1:1 zwischen dem FC und Gladbach. Die Konkurrenz liefert komplett mit: Hamburg verliert in Leipzig, Wolfsburg kassiert eine 0:3-Klatsche in Freiburg, St. Pauli geht in Hoffenheim baden. Die Tabelle lügt nicht: Mainz springt auf Rang elf, neun Punkte vor dem direkten Abstieg.
Kapitän Silvan Widmer atmet durch, aber nur kurz. „30 Punkte reichen noch nicht, wir brauchen zwei, drei Siege mehr. Je schneller, desto entspannter“, sagt der Schweizer und schickt schon den Blick nach der Länderspielpause: „Hoffenheim ist am Seil. Da wollen wir nachlegen.“
Der Gegner am 27. Spieltag: Die TSG, seit acht Partien sieglos und mit der zweitschwächsten Heimbilanz der Liga. Für Mainz könnte der nächste Nebel schon früh aufstehen – und mit ihm die Vorfreude auf einen Karneval, der diesmal nicht in der 2. Liga stattfindet.
