Ndoye trifft wieder gegen deutschland – und trotzt trotz 3:4

Ein Schlenzer, ein Aufschrei, eine Führung – und am Ende trotzdem die nächste Niederlage gegen den großen Nachbarn. Dan Ndoye lachte nicht, als er den Mixed Zone-Teppelläufer verließ, aber er biss sich auch nicht in die Lippe. „Wir haben gesehen, dass wir mithalten können“, sagte der Flügelsprinter von Nottingham Forest, nachdem er die Schweiz in der 17. Minute mit einem Kontertor in Führung geschossen hatte.

Das experiment von murat yakin

Während Gregor Kobel allein die Stellung hielt, lief nach der Pause eine komplett neue Elf auf – und genau das war der Plan. Yakin tauschte durch, damit jeder Spieler im WM-Jahr noch einmal Dampf unter den Sohlen spürt. Ndoye fand das gut: „Wir haben Qualität auf dem Platz und auf der Bank. Das ist unsere Stärke.“ Die Wahrheit aber ist: Die frischen Beine retteten kein Resultat, sie verpassten sogar den Ausgleich.

Deutschland dominierte Ballbesitz und Tempo, doch die Schweiz blieb giftig. Die Statistik spricht für Ndoye: Sein Tor war bereits sein zweiter Treffer gegen die DFB-Elf binnen neun Monaten – beim 1:1 in Frankfurt bei der EM hatte er den Führungstreffer erzielt. „Wenn ich Bälle mit dieser Qualität erhalte, ist es einfacher, Tore zu schießen“, sagt er und meint damit die Steilpässe von Granit Xhaka und Co., die die deutsche Hintermannschaft immer wieder entblätterten.

Lektion statt katastrophe

Lektion statt katastrophe

Dennoch: Vier Gegentore sind vier zu viel, wenn im Juni in den USA K.o.-Spiele anstehen. Ndoye nimmt es mit Sportsgeist: „Es gibt Dinge, die wir sehr gut gemacht haben, und andere, die wir für das nächste Spiel und für den Juni verbessern müssen.“ Die Botschaft ist klar: Der Weg zur angepeilten „besten WM aller Zeiten“ ist kein Spaziergang, aber auch kein Berg ohne Gipfel.

Die Schweiz verliert, Ndoye gewinnt an Selbstvertrauen – und Deutschland bekommt ein Déjà-vu. Das 4:3 mag im Protokoll stehen, im Kopf der Schweizer steht ein Satz: Wir sind bereit, auch wenn wir noch nicht perfekt sind.