Nba-skandal: spurs-center kornet attackiert hawks wegen strip-club-event

Luke Kornet ballt die 2,16-Meter-Fäuste – und trifft die NBA mitten ins Gesicht. Der Spurs-Center wettert öffentlich gegen die geplante „Magic City Night“ der Atlanta Hawks am 16. März gegen Orlando, eine Stadion-Werbeaktion für den berüchtigten gleichnamigen Strip-Club. „Millions of families and young fans are watching us. Is this our message of respect for women?“, schreibt Kornet auf Twitter. Die Liga, die sich sonst gern als Vorreiterin für soziale Gerechtigkeit inszeniert, gerät ins Defensive.

Der 28-Jährige zieht keine journalistische Faustregel heran, sondern seine eigene Spieler-Sicht: „The only red lights in basketball should be the shot-clock LEDs.“ Mit dieser Zeile liefert er das Zitat, das heute durch alle US-Sportsender läuft. Denn Kornet spricht aus, was viele Profis nur hinter vorgehaltener Hand äußern: Die NBA verdient Millionen mit dem Image der Family League, lässt aber zu, dass ein Franchise öffentlich ein Bordell feiert.

Die hawks reagieren mit schweigen

Von Atlanta kam bislang kein Kommentar. Intern ist man überrascht: Die Aktion galt als harmlose Lokalkolorierung. Magic City ist in Georgia Kult, Stars wie Future oder Lil Baby feierten dort schon After-Game-Partys. Doch Kornet nutzt seine Außenwirkung, um den moralischen Spagat der Liga bloßzustellen. „We ask our daughters to believe in themselves – and then hang strip-club ads in the arena? That’s a foul, not a promo“, schreibt er.

Die Zahlen untermauern seine Wortwahl: 42 % der NBA-Fans sind unter 35, laut Nielsen; Frauen machen mittlerweile 30 % des weltweiten Viewers aus. Ein Sponsoring-Experte aus New York rechnet vor: „Atlanta riskiert einen siebenstelligen Imageschaden. Marken wie Disney oder General Mills stehen auf Kollisionskurs.“

Kornet selbst ist kein Selbstdarsteller. In 236 Spielen warf er durchschnittlich 4,1 Punkte, dafür aber 1,2 Blocks – und eben die Eclipse Defense, bei der er ohne Kontakt die Sicht des Gegners verdeckt. Die Statistik bestätigt: Gegner treffen gegen ihn nur 32 % aus dem Corner-Three. Jetzt blockt er also die PR-Abteilung eines Konkurrenten.

Die liga steht vor einer entscheidung

Die liga steht vor einer entscheidung

Soll die NBA das Event kippen, wäre es keine technische Korrektur, sondern ein Kurswechsel. Denn Magic City gilt als Inbegriff des „Sex sells“-Prinzips, mit dem die Hawks neue Zielgruppen locken wollten. Kornets Tweet sorgt dafür, dass Sponsoren intern bereits Fragen stellen. „Die NBA kann nicht gleichzeitig Breast-Cancer-Awareness-Pink tragen und Strip-Club-Logo-Rot“, sagt ein Insider.

Atlanta hat noch elf Tage Zeit, das Programm umzuschreiben. Sollte die Nacht trotzdem stattfinden, wird Kornet mit Sicherheit nicht aufhören, die Arme zu heben – weder auf dem Court noch in den sozialen Medien.