Nba plant revolution: draft-lotterie wird umgeschmissen – tanking soll geschichte sein

Die NBA droht, sich selbst zu verbiegen. Teams, die absichtlich verlieren, um den nächsten Superstar zu ergattern, haben Commissioner Adam Silver die Faxen dicke gemacht. Jetzt liegt dem Board of Governors ein Drei-Stufen-Plan vor, der die Lotterie radikal umbauen und das Tanking in die Steinzeit verbannen soll.

Warum silver den draft sprengen will

Die Zahlen sind ein Schlag ins Gesicht: 28 Spiele verlor Detroit in der Saison 2020/21, Orlando schaffte es 2022/23 mit 22 Siegen nur knapp über die 20er-Marke. Kein Zufall, sondern Kalkül. Je schlechter die Bilanz, desto höher die Chance auf Victor Wembanyama oder Zacharie Risacher. Silver nennt das „ein Perverses Anreizsystem“. Die Liga prüft deshalb drei Szenarien, die intern bereits heiß diskutiert werden.

Szenario 1: Die Lotterie wächst von 14 auf 18 Teilnehmer. Play-In-Verlierer rücken mit ins Rennen, alle zehn schwächsten Teams bekommen identische 8-Prozent-Chancen auf Pick 1. Die verbleibenden 20 Prozent verteilen sich auf die Play-In-Clubs. Einfache Botschaft: Wer auch immer Letzter wird, hat keine Garantie mehr auf das Goldstück.

Mindestsiege und doppelte saison-bilanz – so trickreich ist variante zwei

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Noch radikaler fällt Variante 2 aus. 22 Teams würden an der Lotterie teilnehmen, darunter auch die Erstrunden-Playoff-Ausgeschiedenen. Kernstück: eine Mindestsiegzahl. Gewinnt ein Klub nur 14 Spiele, wird ihm rechnerisch eine Bilanz von 20 Siegen angerechnet. Die Formel greift rückwirkend über zwei Saisons. Ein Team mit 20 und 40 Siegen in Folgejahren landet im Draft-Algorithmus bei 30 Siegen – und damit mittem im Mittelfeld. Die WNBA macht es schon lange so, die NBA würde nachziehen.

Die dritte Variante klingt nach Sozialismus, ist aber ein Seilakt: wieder 18 Lotterie-Teams, doch die fünf schwächsten Clubs erhalten identische Chancen auf Pick 1. Als Ausgleich garantiert ihnen die Liga einen Top-10-Pick – ein Sicherheitsnetz, das Tanking nicht lohnenswert macht, aber auch nicht komplett bestraft.

Die machtfrage entscheidet im mai

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Restriktivere Ideen – etwa das Abgeben des Picks bei offensichtlichem Tanking – landeten bereits im Papierkorb. Dennoch spitzt sich die Debatte zu. Die Besitzer werden in den nächsten Wochen intern votieren, endgültig beschlossen wird auf der Gouverneursversammlung im Mai. Sollte einer der Vorschläume angenommen werden, wäre das Aus für das klassische Tanking so sicher wie ein Freiwurf bei 20 Punkte Vorsprung in der letzten Minute.

Der Draft, wie wir ihn kennen, ist bereits jetzt ein Relikt. Die Frage ist nicht mehr, ob sich die NBA ändert – sondern, wie schnell die Revolution kommt.