Nazi-paratrooper wurde englands held: die wahre geschichte von mancity-legende trautmann
Er landete als Fallschirmjäger mit dem Fallschirm in england – und ging als Fußball-Ikone in die Geschichte ein. Bert Trautmann, einst Kriegsgefangener und Synonym für alles Deutsche, das man hassen wollte, wurde 1956 zum Sportler des Jahres gekürt. Die Queen schlug ihn zum Ritter, die jüdische Gemeinde applaudierte. Und das, nachdem sie zuvor mit Boykott gedroht hatte.
Von der wehrmacht ins wembley-tor
Als Teenager meldete sich Trautmann freiwillig. „Man ist mit siebzehn keine Persönlichkeit, man will nur das Vaterland schützen“, sagte er später. Fünf Kriegsmedaillen später saß er in einem Lager bei St. Helens – und hielt erstmal Bälle statt Granaten. Die britischen Soldaten lachten über den „Kraut-Keeper“, bis er in 15 Minuten drei Elfmeter parierte. Die Lacher verstummten.
St. Helens Town gab ihm einen Vertrag, ManCity zahlte 20.000 Pfund Ablöse. Die Proteste folgen auf dem Fuß: „Nazi-Torwart raus!“ skandierten 20.000 Menschen. Doch dann passierte das Undenkbare. In der FA-Cup-Finale 1956 gegen Birmingham wirft sich Trautmann nach einem Flankenball – und kollabiert. 14 Minuten spielt er mit gebrochenem Hals weiter, hält den Sieg fest. Drei Tage später die Diagnose: Halswirbel gebrochen. Die Nation fiel ihm zu Füßen.
Die Wende war nicht nur medizinisch. Eric Westwood, Vorsitzender des jüdischen Arbeiterbundes, erklärte: „Wir können keinen Deutschen für alle Sünden verantwortlich machen.“ Die Schlagzeilen drehten sich. Plötzlich stand da: „Der Deutsche, der uns lehrte zu vergeben.“

Nach dem abpfiff wurde er lehrer
545 Pflichtspiele, 178 Shut-outs – Statistiken, die heute noch in den Annalen von Manchester City stehen. Doch die Karriere war nur die erste Hälfte. Nach seiner Rücktritt 1964 coachte er die DFB-Elf als Berater, zog mit Pakistan nach 1965 nach Melbourne, baute in Ghana ein Nachwuchsprogramm auf und kehrte nach Valencia zurück, wo er seine Tochter Greta wiedertraf – das Mädchen, das er kurz nach Kriegsende im Lager verlassen hatte.
2013 starb er mit 89 Jahren. Die Statue vor dem Etihad ist heute Selfie-Punkt für Fans, die seinen Namen buchstabieren können, aber seine Geschichte kaum kennen. Dabei ist sie aktueller denn je: In Zeiten, in denen Vereine Spieler wegen Tweet-Vergangenheit aussortieren, beweist Trautmanns Leben, dass Sport Vergebung erzwingen kann – wenn die Leistung stimmt und die Zeit reif ist.
„Meine größte Ehre war, als Mensch akzeptiert zu werden“, sagte er einmal. Die Insel nahm ihn auf – und gab ihm das Tor zur Unsterblichkeit. Keine Trophäe der Welt kann das toppen.
