National league legt swiss-league-reform offen – und korrigiert zaugg

Die Diskussion hatte Fahrt aufgenommen, bevor die National League überhaupt das Wort ergriffen hatte. Klaus Zauggs Kolumne auf watson löste eine Welle aus, die bis in die Büros der vier Playoff-Halbfinalisten der Swiss League schwappte – alle vier bezogen schriftlich Stellung. Jetzt hat die National League ihr Positionspapier vorgelegt. Und das erste, was sie klarstellt: Eine Hybridliga mit SL-Teams und NL-Juniorenmannschaften war nie geplant.

Was wirklich hinter der reform steckt

Der Kern der Pläne ist eine neue U-23-Liga, die die bisherige U-21-Elite ablösen soll. Organisatorisch wird sie direkt in die National League integriert – kein Anhängsel, sondern ein bewusster Schritt, um die Ausbildungsphase zwischen 19 und 22 Jahren enger an den Profibereich zu binden. Genau dieses Fenster gilt seit Jahren als das schwächste Glied in der Schweizer Eishockey-Ausbildungskette.

Die Anzahl der Meisterschaftsspiele in dieser neuen Liga soll reduziert werden. Nicht weniger Eishockey, sondern mehr Training. Mehr Zeit auf dem Eis, weniger Reisebus. Das klingt unspektakulär, ist aber der eigentliche Dreh- und Angelpunkt des ganzen Konzepts.

Was das für die swiss league bedeutet

Was das für die swiss league bedeutet

Hier liegt der Zündstoff. Derzeit sammeln viele Spieler genau im Altersbereich der U 23 per B-Lizenz Spielpraxis in der Swiss League. Fällt dieser Pool weg oder schrumpft er erheblich, verändert sich das Gesicht der zweithöchsten Liga spürbar. Die National League sieht darin eine Chance – die Swiss League könnte sich stärker als eigenständige Profiliga profilieren, unabhängig vom Nachwuchsstrom der NL-Klubs.

Ein Ventil bleibt aber offen: Spieler aus der U-23-Liga sollen per Leihmodell gezielt in anderen Spielklassen eingesetzt werden können. Wie das in der Praxis aussieht, ist noch nicht definiert.

Der nächste schritt liegt beim verband

Der nächste schritt liegt beim verband

Das Positionspapier liegt jetzt bei der SIHF, der Sky Swiss League und der MyHockey League auf dem Tisch. Die National League formuliert es diplomatisch: Man sei bereit, diesen Weg gemeinsam auszugestalten. Was das in Verhandlungen bedeutet, wissen alle Beteiligten. Der Ball liegt bei den anderen – und die Zeit läuft.

Dass ein 22-jähriger wie Nicolas Baechler bereits seine zweite vollständige NL-Saison bei den ZSC Lions spielt, zeigt, wohin die Reise gehen soll. Solche Karriereverläufe sollen die Regel werden, nicht die Ausnahme. Ob die Reform dafür den richtigen Rahmen schafft, wird sich in den kommenden Verhandlungsrunden zeigen – und nicht in Kolumnen.