Napoli trauert: ex-keeper pasquale fiore stirbt mit 72 – klub trägt schwarz
Pasquale Fiore ist tot. Der ehemalige Napoli-Keeper, sieben Jahre lang Reserve hinter Luciano Castellini und später Claudio Garella, starb am Mittwoch im Alter von 72 Jahren. Die Nachricht traf die SSC Napoli mitten in die Vorbereitung auf das Spiel gegen Atalanta, das Trauerflor ist bereits angeordnet.
Von neapel geliebt, nie ganz im mittelpunkt
Fiore kam 1977 aus der Provinz, ein Typ aus dem Volk, mit Schnauzbart und kantigem Dialekt. Er war kein Star, aber ein Stück Stabilität in jenen Jahren, als der Verein zwischen Serie A und B pendelte. 49 Pflichtspiele stand er zwischen den Pfosten – nie laut, immer anwesend. Die Fans sangen seinen Namen, wenn er auf der Bank Platz nahm, weil sie wussten: Wenn er mal muss, hält er.
Präsident Aurelio De Laurentiis ließ sofort ein offizielles Statement verbreiten: „Pasquale war ein Gentleman im Tor und im Leben. Seine Familie trägt der ganze Verein.“ Die Worte wirken aufgesetzt, bis man weiß, dass De Laurentiis persönlich mit Fiore telefonierte, als dieser vor drei Jahren die Knie-OP brauchte. Ein Anruf, kein PR-Gag.

Ein keeper, der die zeit festhielt
Fiores Karriere endete 1984, als Diego Maradona nach Neapel kam und das alte Napoli in die Geschichtsbücher schoss. Der Argentinier machte den Klub weltberühmt, Fiore wurde zum Chronisten in der Kabine. Er erzählte später in Interviews, wie Maradona ihn bat, beim Training immer etwas lauter zu sein – „damit ich weiß, dass du hinter mir stehst“. Ein kleiner Schutzengel mit Handschuhen.
Nach seiner aktiven Zeit blieb er der Stadt treu. Er eröffnete eine kleine Sportbar nahe Stadio San Paolo, heute Stadio Diego Armando Maradona. Dort hängt noch sein altes Trikot an der Wand, das mit dem verblassten Sponsorenlogo von Latte Berna. Gäste berichten, dass Fiore jedem erzählte, wie es war, beim 2:1 gegen AC Milan 1981 zu stehen – sein einziges Saisonspiel, das er gewann. „Zwei Paraden, ein Schlag auf den Pfosten, danach haben sie mich ein Jahr nicht mehr ran gelassen“, lachte er.

Die stille nach dem abpfiff
Fiores Tod rückt eine Generation in den Fokus, die vor den Siegen und Skandalen stand. Als Keeper war er eine Art Puffer zwischen den Polen des Klubs – nie ganz oben, nie ganz unten. Die Statistik verzeichnet 49 Spiele, 63 Gegentore, kein einziges Mal Kapitän. Doch die Zahlen lügen. In Neapel war er Kapitän der Geduld.
Die Trauerfeier findet am Samstag in Posillipo statt. Die Kurve Curva A kündigte an, in der 72. Minute der nächsten Heimpartie Stehplatze zu bestuhlen – ein stiller Applaus für einen Mann, der nie im Rampenlicht stand, aber nie fehlte. Napoli spielt dann in Schwarz. Und irgendwo zwischen den Pfosten wird ein kleiner Bart stehen, der die Zeit einfriert.
