Nagelsmanns wm-entscheidung: urbig muss zusehen – wer darf jubeln?
Houston – Die Vorfreude auf den WM-Auftakt gegen Curacao ist groß, doch für Keeper Jonas Urbig endet der Traum von der Weltmeisterschaft bereits vor Beginn auf der Bank. Bundestrainer Julian Nagelsmann hat den jungen Bayern-Torwart für den vorläufigen Kader mitgenommen, doch er gehört nicht zu den 26 Spielern, die von der FIFA registriert wurden. Ein bitterer Rückschlag für den 22-Jährigen, der trotzdem mit seiner Mannschaft in die USA reist.

Die fifa-regularien: ein schmerzhafter ausschluss
Die Entscheidung ist nachvollziehbar, aber für Urbig verheerend. Während die neuen Regeln vorsehen, dass der gesamte Kader bei der Nationalhymne auf dem Platz stehen wird, muss er das Geschehen von der Seitenlinie aus verfolgen. Oliver Baumann und Alexander Nübel werden die Bank besetzen, bereit für den Fall der Fälle. Die FIFA-Regularien erlauben zwar die Nachnominierung von Torhütern, sollte sich einer der beiden anderen Schlussmänner schwer verletzen, doch das Szenario ist unwahrscheinlich.
Was niemand so recht kommentiert: Die Tatsache, dass Nagelsmann Urbig überhaupt mitgenommen hat, obwohl er wusste, dass er nicht spielberechtigt ist. War es eine Geste der Anerkennung für seine Leistungen beim FC Bayern? Oder eine Art Testlauf für die Zukunft?
Die Frist für Feldspieler-Nachnominierungen ist längst abgelaufen. Das bedeutet: Sollte sich einer der 23 Feldspieler verletzen, ist Nagelsmann auf sein bestehendes Aufgebot angewiesen. Die Verantwortlichen müssen genau abwägen, ob sie das Risiko eingehen, einen potenziellen Stammspieler für die weiteren Spiele zu verlieren.
Die volle Ladung WM erleben Sie sonntag bis freitag LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVESTREAM auf SPORT1.de und in der SPORT1 App. Die Entscheidung von Nagelsmann wirft allerdings Fragen auf. Ist es ein Zeichen dafür, dass Urbig in Zukunft eine größere Rolle im Nationalteam spielen soll? Oder war es lediglich eine taktische Überlegung, um den Konkurrenzkampf zwischen Baumann und Nübel anzufachen?
Die Antwort wird sich erst im Laufe des Turniers zeigen. Aber eines ist klar: Jonas Urbig hat die Chance vertan, bei dieser Weltmeisterschaft sein Debüt zu geben. Ein herber Schlag für den jungen Torwart, der sich aber nicht entmutigen lassen sollte. Denn im Fußball ist alles möglich – auch ein später Einsatz, wenn auch unwahrscheinlich.
