Nagelsmann zögert noch – kicker-leser wählen schon ihren wm-26 für 2026
26 Namen, drei Torhüter, 23 Feldspieler – und ein Land, das sich fragt: Wer reist 2026 nach den USA, Kanada, Mexiko? Während Julian Nagelsmann in seinem Kreis von Analysten noch Details vertagt, hat der kicker die Community aufgerufen, den Kader selbst zusammenzuklicken. Das Ergebnis ist kein harmloser Spaß, sondern ein barometrischer Stimmungsbild, das Nagelsmanns echte Gedanken unter Druck setzt.
Die leser-elf schreit nach musiala, wirft aber auch goretzka raus
Über 120.000 virtuelle Aufstellungen gingen ein. Daraus ergibt sich ein Kader, der zwischen gestern und übermorgen pendelt: Musiala, Wirtz, Undav stehen fest, Rüdiger und Tah auch. Doch die Überraschung heißt Pascal Groß, der mit 34 Jahren erstmals in einem Sammel-XI auftaucht – ein Akt der Nostalgie oder der Einsicht, dass Erfahrung in Turnier-Kabinen goldwert ist?
Die große Lücke entsteht im defensiven Mittelffeld. Kimmich wird zwar mit 91 % Zustimmung gesetzt, doch seine letzten Auftritte in der Nations League hinterließen Risse. Dahinter wird Emre Can abgestraft – nur 23 % der User nehmen ihn mit. Stattdessen rückt Aleksandar Pavlović aus der Bayern-Reserve in den 26er-Pool. Ein Name, der vor zwei Monaten noch auf der U21-Liste stand.

Warum drei torhüter plötzlich vier werden könnten
Die FIFA diskutiert intern, die Listen von 23 auf 26 Spieler zu erweitern – wegen der Hitze, der Reisedistanz, der Verletzungsrisiken. Sollte der Beschluss fallen, würde Nagelsmann wohl nicht einfach einen Feldspieler nachnominiert, sondern einen vierten Keeper. Die Leser wählen dafür Stefan Ortega, der bei Manchester City zwar Nr. 2 bleibt, aber mit 31 Jahren Turnier-Luft schnuppern könnte. Es wäre die erste Viertorhüter-Option seit 2006.
Die Statistik dahinter: In 58 % der eingereichten Aufstellungen steht ter Stegen vor Neuer. Ein Umschwung, der Nagelsmanns taktische Leitlinie widerspiegelt: kurze Spielverlagerung, hohes Defensiv-Pressing – Qualitäten, in denen ter Stegen 2023/24 die besseren Zahlen liefert.

Das ende des wm-traums heißt gnabry
Serge Gnabry bleibt trotz 23 Saisontreffern bei den Bayern auf 38 % Kaderzustimmung. Das Nachfrage-Dilemma: Seine Position ist überbucht. Musiala, Sané, Adeyemi, Hofmann, Undav – alle bieten Tiefe in den Halbräumen. Die Leser entscheiden sich für Jamal Musiala als linksaußen fixe Größe und setzen Gnabry auf die Warteliste. Ein Schnitt, der Nagelsmanns echte Kader-Konferenz vorwegnimmt.
Die Botschaft ist klar: Die Nation will frisches Blut, aber keine Revolution. Sie will Wirtz und Undav, will aber auch Gündoğan als Kapitän. Sie will Anton und Raum als Außenverteidiger, will aber nicht auf Hummels verzichten. Ein Spagat, der Nagelsmann bis Mai 2026 begleiten wird – und den die kicker-Community bereits durchprobt hat.
Die Nominierung wird nicht nur 26 Namen festlegen, sondern eine Generationen-Grenze ziehen. Und während die App noch weitere Umstellungen erlaubt, laufen in München, Dortmund und Leverkusen schon die Uhren anders. Wer heute nicht im digitalen Kader steht, morgen vielleicht schon. Die WM rückt näher – und mit ihr die Gewissheit, dass am Ende nur eine Liste zählt: die von Julian Nagelsmann, nicht die von uns. Trotzdem: 120.000 Mal Druck ist auch Druck.
