Nagelsmann unter druck: br-kritik wird lauter nach wm-debakel!
Die Aufregung in Bayern und ganz Deutschland ist spürbar: Nach dem erneuten, frühen Aus bei der Fußball-Weltmeisterschaft steht Bundestrainer Julian Nagelsmann vor einer Zerreißprobe. Während der DFB-Vorstand zur Analyse beruft, schießen ehemalige Spieler und Experten unmissverständlich aus allen Rohren. Die Frage, die nun brennt: Hat Nagelsmann die falsche Strategie verfolgt?
Die stimmen der kritik sind ohrenbetäubend
Nachdem die deutsche Nationalmannschaft bereits in der Gruppenphase den Kopf schnellen musste, schlagen die Kritiker nun alarmierend hohe Wellen. Bastian Schweinsteiger, der als Experte für ARD im Einsatz war, sprach von einem „nicht sauberen Passspiel“ und fehlender Kreativität. „Gerade gegen tiefstehende Mannschaften fehlt da die Durchschlagskraft“, so der ehemalige Weltmeister.
Mats Hummels, ebenfalls eine prägende Figur des Triumphes von 2014, brachte seine Enttäuschung deutlich zum Ausdruck: „Es tut weh, dass Deutschland im Fußball aktuell keine Rolle spielt.“ Er kritisierte nicht nur die mangelnde individuelle Klasse, sondern auch die fehlende Resilienz und den unbedingten Siegeswillen. „Auf vielen Positionen fehlt es an Klasse, und das ist ehrlich gesagt schon peinlich.“, meinte Hummels.
Doch es ist nicht nur die Kritik aus dem Lager ehemaliger Spieler. Auch Maurizio Gaudino, ehemaliger Nationalspieler, übte scharfe Kritik an Nagelsmanns Führungsstil. Er bemängelte die Trainingsgestaltung und verwies auf die zahlreichen Themen, die offenbar wichtiger waren als der Sport selbst. „Da fehlt mir komplett die Demut“, so Gaudino in einem BR-Interview.
Lothar Matthäus, Rekordnationalspieler, sieht das Problem tieferliegend: Die Familien der Spieler in den USA seien ein Beispiel für einen fehlenden Fokus. Jürgen Klinsmann forderte ein „hinterfragen von allem“ und nannte Nagelsmanns Bereitschaft, weitermachen zu wollen, das falsche Signal.

Die dfb-führung reagiert – gespräche geplant
Auch der Deutsche Fußball-Bund (DFB) nimmt die Situation ernst. DFB-Präsident Bernd Neuendorf kündigte Gespräche mit Nagelsmann an und betonte, dass man nach einem solchen Turnier nicht „einfach zur Tagesordnung übergehen“ könne. Eine Analyse der Ursachen für das erneute frühe Ausscheiden soll folgen. „Wir müssen darüber sprechen, warum es uns nicht gelungen ist, unser Potenzial abzurufen“, so Neuendorf.
Gerüchte über eine mögliche Nachfolge des Trainers kursieren bereits. Der Name Jürgen Klopp wird immer wieder in den Medien genannt, doch Schweinsteiger mahnt zur Geduld und Respekt gegenüber Nagelsmann. „Solange es keine Veränderung gibt, sollten wir nicht über andere Namen sprechen“, betonte er.
Die kommenden Tage werden entscheidend sein für die Zukunft von Julian Nagelsmann und die deutsche Nationalmannschaft. Es bleibt abzuwarten, ob der Bundestrainer die Kritik überstehen und das Ruder herumreißen kann – oder ob ein neuer Wind wehen muss.
