Nagelsmann stellt sané ultimatum: ghana-spiel wird zur letzten chance

Julian Nagelsmann redet nicht länger drum herum. Leroy Sané steht auf dem Rasen, aber nicht im Kader. Die Startelf gegen Ghana am Montagabend ist keine Geste des Vertrauens, sondern ein Test unter Zeitdruck. „Die Tür ist nicht dauerhaft offen“, sagte der Bundestrainer am Sonntag in Frankfurt. Wer jetzt nicht zupackt, fliegt – egal wie laut der Name ist.

Die 63. minute gegen die schweiz war keine ausnahme

Sané wirkte wie ein Fremdkörper. Die Note 5 von Sport1 spiegelt nur die Halbwelt seiner Leistung wider. Vor dem 0:1 durch Amdouni schaltete er ab, statt mitzulaufen. Danach suchte man ihn im Sechzehner, fand ihn aber nur in der Statistik: kein Torschuss, kein Schlagabschluss, kein Durchbruch. Nagelsmann nahm ihn raus, sagte später, es sei „nicht richtig gut, aber auch nicht unfassbar schlecht“ gewesen. Eine Art Schulterzucken mit Klang.

Doch der Schein trügt. Hinter den Kulissen hat der Trainer längst die Stoppuhr gestartet. „Ich werde nach einem Spiel keinen Spieler abmontieren“, betonte er – und schob nach: „Aber ich werde auch keinen mitnehmen, der keine klare Funktion erfüllt.“ Die Botschaft trifft Sané mitten im Sprint. Denn genau diese Funktion, der eins-gegen-eins-Dribbler auf der linken Seite, sollte ihm eigentlich sicher sein. Fußverkehrt, explosiv, unberechenbar. Nur: Wenn das Rezept nicht funktioniert, muss der Koch umdenken.

Mittelstädt und die vergiftete konkurrenz

Mittelstädt und die vergiftete konkurrenz

Ein Name fiel nebenan: Maximilian Mittelstädt. Linksverteidiger, aktuell in Topform, bereit, auch weiter vorzurücken. „Er hat die gleiche Chance wie Sané“, sagte Nagelsmann. Das klingt nach Gleichberechtigung, ist aber ein Warnschuss. Mittelstädt liefert Woche für Woche, Sané liefert Phasen. Der VfB-Profi kann sich in die Reihe stellen, weil er defensive Arbeit nicht als Beleidigung versteht. Sané hingegen muss erst beweisen, dass er ohne Ball nützlich wird.

Die Personalie gewinnt an Brisanz, weil der Zeitplan eng ist. Noch zwei Länderspiele, dann müssen 26 Tickets nach Übersee. Nagelsmann will keine Luxuspassagiere. „Wir brauchen Spieler, die sofort wissen, was ihr Job ist“, sagte er. Gemeint ist: Wer nur halb läuft, verstopft das System. Die Schweiz-Partie war kein Einzelfall, sondern die Fortsetzung einer Saison, in der Sané bei Bayern zwischen Gala und Grauen pendelt.

Die letzte show beginnt um 20.45 uhr

Die letzte show beginnt um 20.45 uhr

Im Deutsche Bank Park wird Sané erneut von links starten. Die Tribüne wird pfeifen, wenn die erste Dribblings-Sequenz endet, ohne dass ein Gegenspieler sitzen bleibt. Die Uhr tickt. Kein Tor, keine Vorlage, keine defensive Rückendeckung – und der Flieger nach Katar könnte ohne ihn abheben. Nagelsmann hat die Koffer noch nicht zugemacht, aber das Etikett mit Sanés Namen ist nur noch mit Kreppband befestigt.

Die WM braucht keine Marken, sie braucht Machbarkeit. Sané muss liefern, nicht lupfen. Sonst fliegt der Star mit dem nächsten Heimspiel heim – und Mittelstädt oder ein anderer Außenbahn-Arbeiter übernimmt das Visum. 90 Minuten trennen Sané noch vom Traum oder vom Abschied. Ticktack.