Nagelsmann riskiert alles: musiala auf der bank, undav soll es richten

Julian Nagelsmann hat beim WM-Achtelfinale gegen Paraguay den Mut zur unbequemen Entscheidung bewiesen. Jamal Musiala sitzt auf der Bank. Für den Bayern-Star rückt Deniz Undav in die Startelf – ein Wechsel, der das deutsche Spiel radikal verändert.

Der plan: mehr präsenz gegen tief stehende gegner

„Wir haben ein bisschen zu wenig Präsenz vorne gehabt, wenn der Gegner sehr kompakt verteidigt“, erklärte Nagelsmann bei MagentaTV. Mit zwei Stürmern wolle die Mannschaft die Bälle besser im letzten Drittel festmachen. Die Begründung für Undav fiel knapp aus: „Deniz hat es auch verdient.“

Die Entscheidung gegen Musiala ist kein spontanes Gefühl, sondern die konsequente Reaktion auf ein taktisches Problem. Deutschland hatte in den Vorrundenspielen wiederholt Schwierigkeiten, kompakte Abwehrblöcke zu durchbrechen. Musialas Dribbling-Stärke nutzt wenig, wenn kein Raum zum Durchstarten bleibt.

Nagelsmann verteidigt wirtz: „flo war in jedem spiel sehr bemüht“

Nagelsmann verteidigt wirtz: „flo war in jedem spiel sehr bemüht“

Trotz der Kritik an Florian Wirtz nimmt der Bundestrainer seinen Liverpooler Star in Schutz. Ihm fehle bislang lediglich der entscheidende Moment. „Es fehlt so ein bisschen der Dosenöffner – mal ein Tor, mal eine Weltklasse-Aktion“, räumte Nagelsmann ein.

Doch er sieht den Durchbruch kommen. Gemeinsam mit Felix Nmecha, mit dem Wirtz in den ersten beiden Spielen harmonierte, traut ihm Nagelsmann ein besonderes Spiel zu: „Ich bin guter Dinge, dass Flo heute ein Top-Spiel macht.“

Pavlović trotz kritik gesetzt – kimmich bleibt rechts

Im Mittelfeld hält Nagelsmann trotz durchwachsener Auftritte an Aleksandar Pavlović fest. „Wir müssen ihm Vertrauen schenken. Er hat einen guten Start gehabt, die letzten beiden Spiele waren nicht top.“ Der Bundestrainer verteilte die Verantwortung: „Das liegt nicht immer nur an einem Spieler selbst.“ Pavlović bleibt für ihn „ein ganz großes Talent und ein wichtiger Spieler“.

Spekulationen über einen Wechsel von Joshua Kimmich ins zentrale Mittelfeld erteilte Nagelsmann eine klare Absage. Nach einem persönlichen Gespräch mit seinem Kapitän zeigte er sich überzeugt: „Er kann uns da extrem helfen. Er wird das da gut machen.“ Kimmich bleibt auf der Sechs hinten rechts.

Die Entscheidungen des Bundestrainers zeichnen ein klares Bild: Nagelsmann wettert nicht gegen den Wind, er trimmt die Segne neu. Ob das Experiment aufgeht, entscheidet sich in den nächsten neunzig Minuten.