Nagelsmann lässt vfb-torjäger undav draußen – und liefert kalte begründung

18 Buden in der Bundesliga, nur Harry Kane trifft öfter – trotzdem sitzt Deniz Undav beim Nationalteam wieder nur auf der Bank. Bundestrainer Julian Nagelsmann erklärt im ARD-Interview, warum er den Stuttgarter nicht spielen lässt – und liefert dabei eine schonungslose Analyse.

„Kreativität geht flöten, wenn er viel arbeiten muss“

„Kreativität geht flöten, wenn er viel arbeiten muss“

Nagelsmanns Aussage trifft mitten ins Herz der Fußball-Debatte: „Deniz hat viele gute Aktionen in der Liga, wenn der Gegner schon ein bisschen müde ist, weil er einfach eine außergewöhnliche Kreativität hat. Und die geht so ein bisschen flöten, wenn er sehr viel im Spiel erstmal arbeiten muss.“

Kurz vor Anpfiff des Testspiels gegen Ghana bestätigt er zudem: „Exakt“, habe er Undav gesagt, dass er vorerst nur Joker sei. Seit dem Sommer war der 28-Jährige nicht mehr nominiert, jetzt also der nächste Korb. Für Nagelsmann zählt offenbar nicht das Torvermögen, sondern die taktische Rolle – und die ist bereits verteilt.

Gegen die Schweiz lief Kai Havertz in der Spitze auf, gegen Ghana beginnt Nick Woltemade. Undav? Wieder nur Zuschauer. Nagelsmann rechtfertigt das mit der Glaubwürdigkeit: „Wenn ich ein Rollengespräch führe mit dem Spieler, da muss ich mich auch ansatzweise in den nächsten beiden Spielen an dieses Gespräch halten.“

Die Botschaft ist klar: Wer nicht ins System passt, bleibt draußen – egal, wie viele Tore er schießt. Undav mag in Stuttgart der Held sein, in der Nationalelf ist er nur Teil eines Plans, der keine Platzveränderung erlaubt.

Sechs Länderspiele, drei Tore – das ist Undavs Bilanz. Die Frage ist nicht mehr, ob er sieht, sondern wie lange er sich damit zufrieden gibt.