Nadini dominiert, cirone schlägt zu: fantacampionato wirft nach 29. spieltag alles durcheinander
6,5 Punkte Vorsprung sind kein Pappenstiel. Luca Nadini hält die Generalspitze weiter fest im Griff, doch die Jagdgesellschaft schlägt immer häufiger zu. Die 29. Runde des Fantacampionato der Gazzetta dello Sport lieferte den nächsten Beweis: Vincenzo Cirone fegte mit 99,5 Punkten alle beiseite – und das auswärts, wo Cremonese gegen Fiorentina sogar unterlag. Die Statistik kümmert’s nicht, sie ehrt nur die Zahlen auf dem Papier.
Cirone lässt die konkurrenz alt aussehen
99,5 Zähler – mehr ging am Wochenende nicht. Dahinter lauern die Zwillinge Alfonso und Cristian Iannone sowie Giuseppe Fertuso mit 98 Punkten, doch der Abstand wirkt wie eine kleine Schallmauer. Für Cirone ist das ein Befreiungsschlag nach Wochen, in denen sich die Spitzengruppe fast tagtäglich neu sortierte. Wer jetzt noch glaubt, das sei nur Glück, verkennt die harte Arbeit hinter jedem Kader-Click: Studium der Formkurven, Blick auf die individuellen Duellen, Risiko-Kalkulation beim Captain.
Die Tageswertung offenbart eine weitere Tatsache: Die Top-20 trennen gerade einmal 7,5 Punkte. Bei 15 ausstehenden Spieltagen bedeutet das: Keiner kann sich ausruhen. Ein einziger schlechter Wechsel, eine Rot-Sperre zu viel – und schon rutscht man aus der Trostränen-Zone direkt in die Anonymität.

Nadini führt, aber die verfolger atmen ihm in den nacken
Luca Nadini (2.024,5 Punkte) bleibt an der Spitze der Gesamtwertung, doch sein Polster schmilzt. Davide Arpini (2.018) liegt nur einen Mini-Hopper dahinter, Walter Barani (2.009) und die Doppel-Null-Sieben-Truppe um Gabriele Galassi sowie Luca Bellabarba (jeweils 2.007) haben die Kurschützen schon im Visier. Die Differenz von 25 Punkten zwischen Rang eins und zehn klingt nach Sicherheit, ist es aber nicht. Ein Doppel-Spieltag, eine Runde mit drei Auswärtssiegen der Underdogs – und die Tabelle bekommt ein neues Gesicht.
Lo que nadie cuenta ist das ewige Duell unter den Lesern der Zeitung. Dort führt Roberto Biagioni mit 2.391 Punkten, knapp vor Simone Fossati (2.389,5). Die Klassement-Leser sind traditionell die Hartgesottensten: Sie tippen jeden Tag, diskutieren auf Social Media, schließen sich in WhatsApp-Gruppen zusammen. Für sie zählt nicht nur der Sieg, sondern die ewige Ehre, im Redaktionsranking ganz oben zu stehen.
Die entscheidende Phase steht bevor. In Serie A droht sich die Meisterschaft zu spalten – Spitzenreiter Napoli muss gegen Verfolger Lazio, die Europa-League-Plätze sind offen wie ein Tor zur Kurve. Genau diese Unberechenbarkeit ist das Herzstück des Fantacampionato. Sie treibt Manager in den Wahnsinn und lässt Analysten jubeln. Denn wer jetzt die Formkurve erkennt, wer den richtigen Einsatz zeitigt, der kann innerhalb von 48 Stunden zehn Plätze gut machen.
Die Kalkulation wird zur Wissenschaft, die Leidenschaft zur Sucht. Und am Ende zählt nur ein Blick auf den Screen: grüne Pluspunkte oder rote Minuszeilen. Die nächste Runde startet in 72 Stunden. Bis dahin bleibt die Frage offen, ob Nadini seine Mini-Führung verteidigt oder Cirones Kurve der Aufstieg erst beginnt. Die Antwort liefern 22 Spieler, ein Ball – und die unbarmherzige Arithmetik des Fantacalcio.
