Nachtruhe gestört? experte enthüllt: es ist mehr als nur schlaflosigkeit
Wer kennt es nicht: Man wacht mitten in der Nacht auf, der Kopf ist voller Gedanken, und der Weg zurück ins Reich der Träume scheint unendlich weit. Doch was steckt wirklich hinter diesen nächtlichen Erwachen? Schlafexperte Javier Albares liefert eine überraschende Antwort, die weit über die übliche Diagnose der Schlaflosigkeit hinausgeht.

Der gestörte innere rhythmus: mehr als nur ein schlafproblem
Es sind nicht zwangsläufig Schlafstörungen, die uns um die Nacht machen. Oftmals verbergen sich dahinter tiefere Ursachen, so Albares. „Viele Menschen erleben dieses Muster, das sich wiederholt, und fühlen sich ausgelaugt und gleichzeitig wach im Gehirn“, erklärt der Experte. Er betont, dass es selten eine einzelne Ursache gibt, sondern meist eine Kombination aus Faktoren wie Hyperaktivierung des Nervensystems, chronischem Stress oder einem gestörten zirkadianen Rhythmus.
Der Körper bereitet sich während der zweiten Nachthälfte auf das Aufwachen vor. Der Cortisolspiegel steigt progressiv an – ein natürlicher Prozess. Doch wenn wir in einem Zustand ständiger Alarmbereitschaft leben, verschärft sich das Problem. „Stress, exzessive Nutzung von Bildschirmen, Überstimulation, unregelmäßige Schlafzeiten, späte Koffeinzufuhr, fehlende Pausen oder eine unzureichende Entspannung am Tag können dazu führen, dass der Cortisolspiegel unnötig ansteigt und nächtliche Erwachen oder Schwierigkeiten beim Wiedereinschlafen begünstigt“, so Albares.
Die Falle liegt oft in dem Versuch, sofort wieder einzuschlafen. „Je mehr man sich anstrengt, desto wacher wird das Gehirn“, mahnt der Schlafexperte. Stattdessen rät er dazu, sich zu fragen, wie das Nervensystem im Laufe des Tages belastet wird und professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, um die Ursachen zu ergründen und individuelle Lösungen zu finden. Ein waches Nervensystem spiegelt sich oft in einem hektischen Alltag wider – und fordert eine gezielte Gegensteuerung.
Die Erkenntnis ist klar: Ein erholsamer Schlaf beginnt nicht im Bett, sondern schon tagsüber. Es geht darum, dem Nervensystem eine Pause zu gönnen und eine Balance zwischen Aktivität und Entspannung zu finden. Nur so kann der Körper sich optimal auf die Nacht vorbereiten und die Regeneration in vollen Zügen genießen.
