Nacht der schatten: dfb stolpert gegen ecuador, türkei zertrümmert usa im 98. minute

Mitternacht in New York, 01:42 Uhr deutscher Zeit. Die Lichter im MetLife Stadium erloschen noch nicht, da lagen die deutschen Träume schon in Scherben. 1:2 gegen Ecuador – das Erwachen nach zwei makellosen Siegen kam abrupt und laut.

Harakiri nach führung: nagelsmann rechnet hart ab

Die Elf von Julian Nagelsmann begann elektrisch. Führung nach zehn Minuten, Kombinationen wie aus dem Lehrbuch. Dann das kollektive Blackout. „Wir haben direkt nach dem Tor angefangen, Harakiri in der Positionierung zu spielen“, schimpfte der Bundestrainer im Mixed-Zone-Kreis. Das klang nicht nach Routine-Reue, sondern nach echter Wut. Ecuador roch das Blut, schaltete drei Gänge höher und drehte die Partie binnen 19 Minuten. Für Deutschland bleibt Gruppensieg möglich, aber die Aura der Unbesiegbarkeit ist futsch.

Ayhan trifft im mondschein – usa in tränen

Ayhan trifft im mondschein – usa in tränen

Während die deutschen Busse noch standen, glich das Schicksal woanders die Waage aus. Die Türkei lieferte den Wahnsinn des Abends. 2:2 in der 90. Minute, Auslosung im Kopf, da schlug Cenk Ayhan in der 98. Minute zu. 3:2, Stadium explodiert, Montella tanzt. „Unsere Ehre stand auf dem Spiel“, sagte Orkun Kökçü mit Tränen in den Augen. Die USA? Vom Mitfavoriten zum ersten großen Drama dieser WM.

Blut, promis und ein remis für deutschland

Blut, promis und ein remis für deutschland

Australien und Paraguay trennten sich 0:0, doch die Statistik spielt Nebensache. In der 28. Minute riss Andrés Cubas die Hacke hoch, traf Connor Metcalfe voll ins Gesicht. Blut fontänartig, Platzwunde, Notarzt auf dem Feld. Metcalfe wankte, blieb aber – ein Bild, das diese Nacht einprägen wird. Geht’s nach der Tabelle, könnten genau diese Australier im Achtelfinale auf den DFB warten.

Zwischen Japan und Schweden half kein Hollywood-Drehbuch, nur ein Dirk Nowitzki auf der Ehrentribüne. Der Ex-NBA-Star feuerte die Schweden an – logisch, seine Frau Jessica kommt aus Stockholm, sein Schwager Martin Olsson lief 56-mal für die Tre Kronor auf. Jetzt winkt Olsson als arbeitsloser Außenverteidiger ein möglicher Showdown gegen Schweden. Ironie des Turniers.

Advocaat zieht sich zurück – wohl für immer

Advocaat zieht sich zurück – wohl für immer

Dick Advocaat, 78, verlor mit Curaçao 0:2 gegen die Elfenbeinküste und stotterte nur: „Vielleicht, wenn ich den Raum verlasse.“ Kein Abschied mit Pauken, nur ein Raunen. 15 Tage WM, unzählige Geschichten. Und heute Nacht haben wir wieder gelernt: Das Turnier verzeiht keine Sekunde Schwäche.