Nach sprint-drama: walter holt bronze und schreibt paralympics-rekord
Leonie Walter spuckt den Silber-Frust aus. 24 Stunden nach der Regel-Abzocke im Sprint zieht die 22-Jährige im 10-km-Langlauf nach und kassiert ihre zweite Medaille – diesmal ohne technisches Fiasko, dafür mit Bronze-Glanz.
Die russin bagiian bleibt unantastbar
Anastasiia Bagiian läuft wie auf Schienen. Mit 2:19 Minuten Vorsprung vor der Tschechin Bubenickova sichert sich die Russin Gold Nummer zwei. Walter und Guide Krasman landen abgeschlagen, aber souverän auf Rang drei – 5:51 Minuten hinter der Überfliegerin. Die Niederlage in Reinform? Nein. Der Vergleich mit der Weltspitze liefert vor allem eine Erkenntnis: Der Abstand schmilzt, die Klasse bleibt.
Linn Kazmaier darf jubeln – und protestieren. Nach Silber im Sprint kommt das deutsche Duo mit Guide Baumann auf Platz fünf. Doch das Ergebnis verschwindet hinter dem Bild der Siegerehrung: Beide halten ein Transparent hoch – klare Kante gegen die Rückkehr russischer Athleten. Sport als Podium, Politik als Nebengeräusch. Die IPC-Spitze dürfte es kaum überraschen.

Para langlauf: drei kategorien, ein ziel
Sitzend, stehend, sehbehindert – die Startklassen trennen, vereinen aber alle auf der 10-km-Loipe. Sit-Ski-Fahrer sausen in Monobobs, Sehbehinderte laufen an der Leine ihres Guides. Wer hier medailliert, braucht nicht nur Lunge, sondern vor allem Vertrauen. Walter hat beides bewiesen – und damit Deutschlands Medaillenkonto auf insgesamt fünf Edelmetalle hochgeschraubt.
Die Bilanz nach fünf Wettkampftagen: Deutschland liegt im Mittelfeld, doch die Geschichten sind obenauf. Von Walters Sprint-Drama bis Kazmaiers Protest-Foto – die Paralympics 2026 liefern Drama, Medaillen und Moral. Die Loipe von Tesero ist Schauplatz, nicht nur Sportstätte. Und Walter? Sie fliegt mit zwei Medaillen nach Hause – Silber wäre schöner gewesen, Bronze ist aber ehrlich verdient.
