Nach olympia ist vor der depression: michael rösch spricht offen über seinen kampf
- Nach olympia ist vor der depression: michael rösch spricht offen über seinen kampf
- Der stille kampf nach dem triumph
- Rückblick auf eine erfolgreiche karriere
- Der wechsel nach belgien und der zunehmende druck
- Der emotionale zusammenbruch und der weg zur heilung
- Neue aufgabe als kommentator und die bedeutung von hilfe
- Hilfsangebote bei depression und suizidgedanken
Nach olympia ist vor der depression: michael rösch spricht offen über seinen kampf
Zwei Tage nach dem Ende der Olympischen Spiele 2026 kämpfen einige Athleten mit einer Herausforderung, die oft im Schatten des sportlichen Erfolgs steht: der Post-Olympia-Depression. Einer, der diese Dunkelheit nur zu gut kennt, ist Michael Rösch (42), ehemaliger Biathlon-Olympiasieger. In einem offenen Gespräch schilderte er nun seine persönlichen Erfahrungen mit dieser oft unterschätzten Krankheit.
Der stille kampf nach dem triumph
Rösch sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Der Olympiasieg war öffentlich. Der schwerste Kampf fand im Stillen statt. Mental war ich zeitweise tot.“ Diese Worte verdeutlichen die immense psychische Belastung, die hinter der glänzenden Fassade eines sportlichen Erfolgs lauern kann. Der Druck, die Erwartungen und der plötzliche Verlust der Struktur nach einem Großereignis können zu tiefgreifenden Krisen führen.

Rückblick auf eine erfolgreiche karriere
Michael Rösch feierte sein Debüt im Biathlon-Weltcup im Jahr 2004. Sein größter Erfolg war der Goldgewinn mit der Staffel bei den Olympischen Spielen 2006 in Turin. Dieser Moment definierte seine Karriere, doch die nachfolgenden Jahre waren auch von Herausforderungen geprägt. Er erreichte weitere Erfolge, darunter drei Bronzemedaillen bei Weltmeisterschaften (2007, 2008, 2009) und insgesamt vier Weltcupsiege.

Der wechsel nach belgien und der zunehmende druck
Im Jahr 2014 wagte Rösch einen Neuanfang und wechselte die Nationalität, um für Belgien an den Start zu gehen. Doch der Druck, weiterhin Höchstleistungen zu erbringen, blieb bestehen. Im Februar gestand er im „Focus“: „Du wirst in jedem Rennen an der Goldmedaille gemessen. Daran bin ich teilweise zerbrochen.“ Diese Aussage offenbart die Zerrissenheit und die psychische Belastung, die er ertragen musste.
Der emotionale zusammenbruch und der weg zur heilung
Nach dem Ende seiner Karriere im Jahr 2019 erlebte Rösch einen emotionalen Zusammenbruch und suchte im Mai 2019 erstmals die Notfallambulanz auf. Die Diagnose Depression war der Beginn eines langen und schwierigen Heilungsprozesses. Er erhielt Medikamente und absolvierte über 50 Therapiesitzungen. „Es war wie ein Nebel – und plötzlich war blauer Himmel“, beschreibt er seine Erfahrung.
Neue aufgabe als kommentator und die bedeutung von hilfe
Nach seiner aktiven Karriere fand Rösch eine neue Aufgabe als Kommentator, unter anderem für Eurosport, auch bei den aktuellen Winterspielen. Seine offene Auseinandersetzung mit seiner Depression soll anderen Betroffenen Mut machen, sich Hilfe zu suchen. Es ist wichtig zu wissen, dass man mit einer psychischen Erkrankung nicht allein ist und es Wege aus der Krise gibt.
Hilfsangebote bei depression und suizidgedanken
Wenn Sie selbst oder
jemand, den Sie kennen, an Depressionen leidet oder Suizidgedanken hat, zögern Sie nicht, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Die Telefonseelsorge ist rund um die Uhr kostenlos erreichbar unter 0800-1110111 oder 0800-111 0 222. Im Notfall wenden Sie sich bitte an die Feuerwehr (112) oder den Polizei-Notruf (110).