Nach frankreich-debakel: dbb-frauen zerlegen kolumbien und zeigen, was in ihnen steckt

Die Latte lag nach dem 63:85 gegen Olympia-Zweite Frankreich so hoch wie lange nicht. Da half nur eins: Kolumbien muss her, und zwar ordentlich. Am Ende leuchtete eine 78:57-Demonstration auf dem Scoreboard von Villeurbanne – ein Befreiungsschlag mit Berlin-Blick.

Hartmann führt, lange jubelt: die deutliche antwort nach dem desaster

Alina Hartmann war es, die die Faust in die Höhe riss. 17 Punkte, 5 Rebounds, eine Menge Selbstvertrauen. „Wir hatten alle schwere Beine, die Niederlage steckte noch in den Knochen“, sagte sie nach dem Viertelerfolg gegen den Weltranglisten-19. Genau deshalb nahm das Team von Bundestrainer Olaf Lange die erste Halbzeit als Weckruf – und die zweite, um sich zu beweisen.

42:31 zur Pause, 36:26 danach. Drei Akteurinnen landeten im zweistelligen Bereich, die Defense presste Kolumbien in 40 Minuten auf 32 Prozent Feldwurfquote. Die Ballrotation funktionierte, die Schnittstellen stimmten, und die Bank schrie sich die Seele aus dem Leib. So klingt Fortschritt, auch wenn der Gegner keine Supermacht ist.

Quali-ticket sicher – wm-ticket vor der haustür

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Berlin, 4. bis 13. September: Deutschland ist als Gastgeber ohnehin gesetzt. Dennoch zählt jede Minute, die Langes Revolutionsbaustelle unter Druck steht. Ohne Satou Sabally, ohne Marie Gülich, ohne Luisa Geiselsöder werden Rollen neu verteilt, Tempo erzwungen, Charakter geprüft. Drei Siege, eine Niederlage – das Protokoll kann sich sehen lassen.

Am Dienstag (17.00 Uhr, MagentaSport) folgt Nigeria, athletisch, unbequem, gefährlich. Ein letzter Check vor der Sommerpause, bevor die engere Auswahlbeginnt und die Startplätze in der Mercedes-Benz Arena vergeben werden. Hartmann weiß: „Wenn wir so aufwachen wie im zweiten Viertel gegen Kolumbien, wird es eng für jeden Gegner.“ Die Botschaft ist klar – und sie kommt nicht von der Führungsriege, sondern aus dem Herzen des Teams.