Wm-chaos: fifa-boss infantino weicht einreiseverbot aus

Die Vorfreude auf die Fußball-WM in Nordamerika ist getrübt: Nur wenige Stunden vor dem Eröffnungsspiel in Mexiko-Stadt steht die FIFA vor einer unangenehmen Situation. US-Behörden haben den somalischen Schiedsrichter Omar Artan abgewiesen, was für erhebliche Fragen über die Organisation und Sicherheit des Turniers sorgt.

Infantinos diplomatische antwort auf das visa-debakel

FIFA-Präsident Gianni Infantino versuchte auf der Pressekonferenz am Dienstag, die Lage herunterzuspielen. Mit einem Schulterzucken und einem Augenzwinkern räumte er ein, dass nicht alles im Griff sei. „Manchmal hat es den gegenteiligen Effekt, sofort anzuschreien und zu brüllen, anstatt eine Lösung zu finden“, so Infantino, der um Gelassenheit bat. Seine Worte klingen jedoch eher nach einer Ausflucht alsnach einer echten Entschuldigung oder einem Plan zur Schadensbegrenzung.

Die FIFA, so Infantino, sei „keine Königin der Welt“, die über Regierungen und Polizeikräfte verfügen könne. Das mag formal richtig sein, wirft aber die Frage auf, welche Verantwortung eine Sportorganisation von dieser Größenordnung trägt, wenn sie ein globales Ereignis wie die WM ausrichtet. Die Visa-Probleme betreffen nicht nur Artan, sondern auch Fans und Funktionäre aus dem Iran, was die Situation weiter verkompliziert.

Was niemand offen anspricht: Die Entscheidung der US-Behörden, Artan die Einreise zu verweigern, basiert auf der Behauptung, er stehe in Verbindung mit Terrororganisationen. Die New York Times zitierte ihn mit den Worten, er habe „alle richtigen Unterlagen“ gehabt. Diese Anschuldigungen werfen einen dunklen Schatten auf das Turnier und stellen die Glaubwürdigkeit der FIFA in Frage, die versichert, hinter den Kulissen zu arbeiten.

Die BBC hakte nach, ob die FIFA die Kontrolle über ihr eigenes Turnier verloren habe. Infantino parierte mit einem rhetorischen Trick: Er fragte, ob es normal wäre, wenn die FIFA der britischen Regierung vorschreiben würde, wen sie ins Land lässt. Ein Vergleich, der wenig zur Klärung der Situation beiträgt und eher die Verantwortung von sich weist.

Die WM beginnt am Donnerstag, überschattet von diesen diplomatischen Verwicklungen. Die Sicherheitsbedenken sind real, und die FIFA muss jetzt handeln, um das Vertrauen der Fans und der internationalen Gemeinschaft zurückzugewinnen. Ansonsten droht das prestigeträchtige Turnier zu einem politischen Minenfeld zu werden.