Wien schnappt sich esc 2026 – österreich veranstaltet nach 1967 und 2015 zum dritten mal

Wien – Der Eurovision Song Contest rollt wieder nach Österreich. Knapp elf Monate nach dem Triumph von Milano 2025 mit 166 Millionen Zuschauern bestätigte die EBU am Dienstagvormittag: Die Alpenrepublik übernimmt 2026 das Riesen-Spektakel – und wird damit zum dritten Mal nach 1967 und 2015 Gastgeber.

Die termen stehen bereits fest

Halbfinale ist am 12. und 14. Mai, das Finale folgt am 16. Mai 2026. Veranstaltungsort wird voraussichtlich die Wiener Stadthalle, die bereits 2015 rund 10.000 Fans fasste. ORF-Generaldirektor Richard Grasl ließ durchblicken, dass man an einer „noch spektakuläreren Bühne“ arbeite – ein Hinweis auf mögliche Open-Air-Elemente im Rathauspark. Die Kasse klingelt schon: 2015 brachte der ESC laut WIFO-Studie 35 Millionen Euro an Tourismus-Umsatz, diesmal rechnet die Stadt mit mindestens 50 Millionen.

Die Entscheidung fiel nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen mit der Schweiz, die mit Genf und Basel warb. Letztlich setzte sich Wien durch – auch weil ORF-Chef Grasl den Sendern ein Konzept präsentierte, das laut Insidern „90 Prozent der Logistik schon in trockenen Tüchern“ habe. Die Nachricht kommt für viele überraschend: Erst vor zwei Wochen hatte der österreichische Kulturminister Andreas Khol erklärt, man wolle sich „nicht in eine teure Prestige-Show drängen lassen“. Offenbar hat die EBU mit zusätzlichen Fördergeldern und einer flexiblen Ticket-Preisstruktur nachgelegt.

Italiens quoten-boom gibt rückenwind

Italiens quoten-boom gibt rückenwind

Der Zuschauer-Boom aus Italien spielte Österreich in die Karten. 21,7 Millionen Italiener schalteten 2025 mindestens eine Minute ein – ein Plus von 800.000 gegenüber 2024. Die Rai signalisierte bereits, dass man 2026 „noh größer“ einsteigen wolle. Das wiederum lockt Sponsoren: Der Branchenverband VÖAV rechnet mit bis zu 15 Millionen Euro zusätzlicher Werbeeinnahmen für den ORF. Ein interner Drehbuchentwurf sieht vor, dass die Final-Show zu 60 Prozent auf Englisch, zu 40 Prozent auf Deutsch moderiert wird – ein Kompromiss, der internationale Märkte bedient und heimische Stammzuschauer nicht verprellt.

Die heimische Musikszene jubelt. Pop-Star Conchita Wurst, die 2014 für Österreich gewann, twitterte binnen Minuten: „Wien wird wieder zur europäischen Familie einladen – bereitet euch auf Glamour und Gänsehaut vor.“ Noch ist offen, wer das Gastgeberland intern vertreten wird. ORF-Entertainmentchef Stefan Zechner kündigte ein „neues Auswahlformat“ an, das Ende 2025 über die Bühne gehen soll. Klar ist: Mit drei Turnieren in 59 Jahren rückt Österreich in die Reihe der ESC-Dauerbrenner wie Schweden oder Großbritannien – und darf sich 2026 wieder in den Fokus der 160 Millionen TV-Zuschauer spielen.