Ramazzotti will auf der bühne des stadiums: „ich warte auf del piero“

Eros Ramazzotti packt aus: Am 27. Juni wird der Juve-Ultra auf dem Rasen des Allianz Stadium stehen – nicht als Stürmer, sondern als Frontmann seiner „Una storia importante“-Tour. „Ich hätte Ale und die ganze Mannschaft gern dabei, doch WM-Urlaube blockieren“, sagt der Sänger, der sich mit 62 Jahren und zehn Kilo weniger auf der Waage in Bestform wähnt. „Zwei Äpfel zum Frühstück, manchmal auch abends – das reicht, wenn der Adrenalinpegel stimmt.“

Vialli filmt alles, zidane spielt im dreck

Er erinnert sich an Gianluca Vialli, der 1996 jeden Trainingstag mit der Camcorder verewigte. „Wir rutschten mit Del Piero und Zidane im Schlamm, als wären wir Viertelkicker – heute lachen einige Profis nur noch über ihre Kontoauszüge.“ Für Kenan Yıldiz sieht er Parallelen zu Del Piero: „Diese Augen, wenn er aufs Tor schielt. Elf Yıldiz würden der alten Dame gut stehen.“

Die Niederlage von 1997 gegen Dortmund brennt noch. „Agnelli lobte mein Spiel auf der Tribüne, doch die Pleite schmeckt nach wie vor bitter“, gesteht Ramazzotti. Drei Jahrzehnte ohne europäischen Pokal, sechs Jahre ohne Scudetto – das reicht ihm. „Wir brauchen Leute, die Calcio verstehen und Juve im Herzen tragen, nicht nur auf der Gehaltsliste.“

Spalletti ist ein wundermann, vlahović der zukünftige capocannoniere

Spalletti ist ein wundermann, vlahović der zukünftige capocannoniere

Er schwärmt von Luciano Spalletti, den er schon aus Zenit-Zeiten kennt. „Er schickt mir manchmal noch eine SMS aus Petersburg. Was er seit Oktober aus dem Konstrukt gemacht hat, grenzt an ein Wunder.“ Doch der Weg ist lang: Bernardo Silva oder Doku wären Traumtransfers, doch Ramazzotti setzt auf italisches Eigenkorn. „Vlahović soll bleiben, egal was es kostet. Lewandowski wäre ein Sahnehäubchen, nur wenn das Team für ihn gebaut wird.“

Angst hat er vor Como und Roma im Kampf um die Champions-League-Plätze. „Cesc spielt herrlichen Fußball, nur Italiener sucht man dort vergebens. Am Ende zählt der Charakter – und den hat unsere Mannschaft wieder.“

Seine letzte Botschaft geht an Gattuso vor dem Bosnien-Spiel: „Humility, grinta, rispetto – das rettet auch die Juve.“ Dann lacht er. „Und wenn eine schwarze Katze vorbeiläuft, umarme ich sie. Glück kann man nie genug haben, wenn man für Juve singt.“