Nmecha: glaube und brüderlichkeit über fußball hinaus
Dortmund – Ein Bild ging um die Welt: Felix Nmecha, nach dem deutschen WM-Sieg gegen Curacao, kniet in Gebet mit seinem Gegenüber Kenji Gorré. Was viele als Geste der Höflichkeit sahen, war eine abgesprochene Tat – und ein Zeichen des Glaubens, das den jungen Dortmunder nun einem breiteren Publikum bekannt gemacht hat. Doch wie geht Nmecha mit dem plötzlichen Ruhm um?
Die gebetsszene: mehr als nur ein foto
Die Szene nach dem Spiel, in dem Deutschland Curacao mit 7:1 besiegte, sorgte für Aufsehen. Nicht nur wegen des deutlichen Ergebnisses, sondern vor allem wegen des Bildes, das die Runde machte: Felix Nmecha und Kenji Gorré, in gemeinsamem Gebet. „Ich kenne einen Spieler von Curacao: Kenji Gorré“, erklärte Nmecha gegenüber Sky Sport. „Schon vor dem Spiel hatten wir vereinbart, dass wir danach zusammenkommen wollen, unabhängig vom Ergebnis, um zu zeigen, dass wir Brüder in Christus sind und es im Leben mehr gibt als Fußball.“ Ein Moment der Menschlichkeit, der in der oft hitzigen Welt des Sports selten zu sehen ist.
Nmecha betonte, dass das gemeinsame Beten für ihn etwas sehr Schönes sei. „Auf dem Platz ist man Gegner und kämpft gegeneinander, danach ist man aber Familie in Christus.“ Der Dank an Gorré und die Mannschaft aus Curacao kam von Herzen: „So etwas ist nach einer Niederlage nicht selbstverständlich.“

Druck durch die aufmerksamkeit?
Die Anerkennung ließ nicht lange auf sich warten. Bundestrainer Julian Nagelsmann bezeichnete Nmecha als „Weltklasse“, Kapitän Joshua Kimmich lobte seine Leistung, und Rekordnationalspieler Lothar Matthäus schloss sich dem Lob an. Doch wie geht der junge Mittelfeldspieler mit diesem unerwarteten Hype um? „Ich würde nicht von Druck sprechen“, antwortete Nmecha entschlossen. „Das Lob ist schön, aber ich versuche, mich nicht zu sehr damit zu beschäftigen, weil man sonst den Fokus verlieren kann.“
Kritiker fragten, ob Nmecha überhaupt wisse, wie gut er sei. Seine Antwort war klar und selbstbewusst: „Ich weiß schon, was ich kann und was für ein Spieler ich bin. Ich habe großes Vertrauen in mich selbst und in die Gabe, die Gott mir gegeben hat.“ Ein Vertrauen, das ihn auch in schwierigen Phasen immer begleitet habe.
Die tiefe innere Überzeugung, die Nmecha auszeichnet, scheint ihm zu helfen, mit dem Druck umzugehen. Er bekräftigt: „Ich bin sehr dankbar für den Weg, den ich bisher gegangen bin. Deshalb würde ich sagen: Ja, ich glaube an mich.“ Er ist ein Beispiel dafür, dass Glaube, Bescheidenheit und sportlicher Erfolg Hand in Hand gehen können – und ein Vorbild für junge Sportler.
