Musiala: eberl spricht offen über den steinigen weg zurück zur weltklasse
Die Rückkehr von Jamal Musiala zur angestammten Spitzenklasse gestaltet sich schwieriger als erhofft. Nach seiner schweren Verletzung im Sommer kämpft der Youngster weiterhin mit seiner Form, und nun hat Bayern Münchens Sportvorstand Max Eberl erstmals detailliert Einblicke in den Prozess gewährt – und die sind ernüchternd.

Die psychische belastung und die körperlichen nachwehen
„Es war jetzt wirklich keine Verletzung, die mal so im Vorbeigehen eben mal rehabilitiert wird“, verdeutlichte Eberl vor der Abreise zum Champions-League-Duell gegen Real Madrid. Die Sprunggelenkluxation und der Wadenbeinbruch bei der Klub-WM 2025 haben tiefe Spuren hinterlassen – nicht nur körperlich. „Da ist viel, viel Körperlichkeit dabei, aber auch viel Seele und Psyche. So einen Einschlag möchte man nicht erleben, privat nicht und schon gar nicht in seinem Beruf.“
Die Strapazen sind immens. Musiala kämpft mit Verklebungen im Knöchel, die operativ behandelt werden mussten. „Es ist ja nicht alles lupenrein und jungfräulich“, so Eberl, der betonte, dass der Heilungsprozess Zeit benötigt. Nach dem Spiel gegen Bergamo gab es erneute Probleme, die zu einer mehrwöchigen Pause führten. Doch es gibt auch Lichtblicke.
Der Einsatzwille stimmt. Beim Comeback gegen Freiburg zeigte Musiala „den Willen, sich für die Mannschaft reinzuschmeißen“, wie Eberl anmerkte. Auch wenn nicht alles sofort perfekt lief, vermittelte der Dribbelkünstler den Eindruck, wieder bereit zu sein. „Es geht darum, dass er sich bereit fühlt – und den Eindruck hat er uns am Samstag vermittelt.“
Wie Davies, der ebenfalls längere Ausfallzeiten erlebte, ist Musiala noch nicht für einen Einsatz über 90 Minuten bereit. Das Viertelfinale der Champions League gegen Real Madrid stellt eine neue Herausforderung dar. Die Ausgangslage ist klar: Bayern muss gewinnen, um im Titelrennen zu bleiben – ohne seinen Schlüsselspieler über die volle Distanz. Die Frage ist, ob Musiala trotz seiner anhaltenden Formschwankungen den entscheidenden Unterschied ausmachen kann.
Die Zahlen lügen nicht: Musialas Scorerpunkte sind im Vergleich zur Vorsaison deutlich gesunken. Allerdings zeigt sein Einsatzwillen, dass er alles daran setzt, seinen Stammplatz zurückzugewinnen und Bayern zu helfen. Der Weg ist noch weit, aber die Hoffnung stirbt zuletzt. Und Max Eberl weiß: Es braucht Geduld und die richtige Balance zwischen Belastung und Schonung, um den jungen Star wieder zu Höchstleistungen zu führen.
