Murcia versetzt bilbao mit 52 % dreierquote einen k.o. – jetzt droht das endspiel im europacup

52 % jenseits der Linie, 100 Punkte auf dem Board, ein Minuten-Silenz vor dem Sprungball – und trotzdem war es kein gewöhnlicher Arbeitstag für UCAM Murcia, sondern die Demontage eines Gegners, der bis zur 25. Minute noch glaubte, die Partie im Griff zu haben. Am Ende leuchtete 100:81 auf dem Palacio-Scoreboard, und Surne Bilbao schlurfte mit leeren Händen in die Kabine. Die Konsequenz: Murcia verteidigt Platz drei, besitzt nun auch das averaje gegen die Basken und kann in vier Wochen beim FIBA-Europa-Cup-Finale den psychologischen Vorteil mitbringen.

Die erste Viertelstunde gehörte noch den Gästen. Hilliard versenkte das 13:19, Hlinason riss Rebounds wie ein Bär, und Jaume Ponsarnaus Mannschaft kontrollierte Tempo und Boards. Sito Alonso schickte beim 15:22 seine Spieler wütend in die Zone – doch genau da begann das Triple-Feuerwerk der Hausherren. Drei Minuten später lag Murcia vorne, und bis zur Pause war Bilbao nur noch zwei Punkte entfernt, aber emotional bereits unter Dampf.

Murcia dreht den spieß mit zwei dreier-salven

Der erste Schlag folgte in der 16. Minute: Radebaugh traf vom Wing, De Julius legte nach, Martin versenkte den nächsten – 42:29. Der zweite Schlag kam frisch aus der Kabine: 57:57 war gerade auf dem Board, als Martin, Saint-Ross und wieder De Julius drei Dreier aufsetzten – 66:57, Krampelj foule sich mit einer unschönen Antisport-Foul plus Technik raus, und die Partie war besiegelt.

Lo que nadie cuenta: In diesen 150 Sekunden schoss Murcia 17 Punkte, Bilbao antwortete mit zwei Freiwürfen und einem verschossenen Lay-up. Die xG-Daten des Clubs zeigen: Erwartungswert vor der Salve 1,2 Punkte pro Besitz, danach 2,8 – ein Kurzschluss im System der Basken.

Der letzte Abschnitt wurde zur Demonstration. Obwohl Cacock nach fünf Fouls raus musste, lief Murcia weiter bis 93:73 – ein Korrekturlauf, der auch die Zuschauer in Reihe 12 wissen ließ: Hier wird nicht verwaltet, hier wird versenkt. Ennis und Forrest erlaubten sich sogar ein paar Show-Dunks, bevor das Publikum für José Illas klatschte, 45-Jahres-Dauerkarte, am Vormittag beerdigt, am Abend applaudiert – Sport als Familienalbum.

Die zahlen, die bilbao nicht mehr schluckt

Die zahlen, die bilbao nicht mehr schluckt

Murcia: 16/31 Dreier, 30 Punkne im vierten Viertel, 18 Punkte und 7 Assists von De Julius, 18 Zähler von Martin bei 5/6 jenseits der Linie. Bilbao: 4/17 aus dem Corner, Jaworski blieb bei 4 Punkten, Hlinason lief 34 Minuten, holte 8 Rebounds, aber bekam in den letzten zehn Minuten keinen Ball mehr. Hilliard war mit 18 Punkten der einzige, der mitzog – zu unregelmäßig, um Druck zu halten.

Die Tabelle spuckt es hart aus: Murcia 17/7, Bilbao 12/12. Die Playoff-Linie rückt für die Basken in weite Ferne, während Murcia vor dem Eurocup-Final-Turnier in Bilbao nun auch mentale Vorteile hat. Das verlorene averaje bedeutet: Sollten sich die beiden im Endspiel treffen, muss Bilbao nicht nur gewinnen, sondern mindestens um 15 Punkte. Eine Mission, die nach diesem Abend fast schon unmöglich erscheint.

Palacio de Deportes, 7.146 Zuschauer, 40 Minuten, ein Minuten-Schweigen – und eine klare Botschaft: Wer in Murcia vorzeitig aufhört zu verteidigen, wird mit einem Dreierregen bestraft, der selbst die spanische Liga kurz aufhorchen lässt. Bilbao hat vier Wochen Zeit, eine Antwort zu finden. Die Uhr tickt.