Mumbrù springt über den tellerrand: doppelrolle für den bundestrainer?

Schock und Staunen in der deutschen Basketballszene: Nationaltrainer Álex Mumbrù (47) steht angeblich vor einer überraschenden Verpflichtung als Trainer von Virtus Bologna, einem Schwergewicht der EuroLeague. Die spanische Marca berichtet von einem Zweijahresvertrag, der den Spanier zusätzlich zu seiner Aufgabe bei der deutschen Nationalmannschaft belasten würde.

Ein balanceakt zwischen dbb und euroleague

Ein balanceakt zwischen dbb und euroleague

Die Nachricht wirft Fragen auf. Mumbrù führte die deutsche Nationalmannschaft im Sommer sensationell zum EM-Titel (88:83 gegen die Türkei) – ein Erfolg, der ihm nach seiner schweren Bauchspeicheldrüsenentzündung und einer mehrwöchigen Klinikaufenthalts eine Standing Ovation einbrachte. Der Vertrag mit dem Deutschen Basketball Bund (DBB) läuft zunächst bis Ende 2026, mit Optionen für die Weltmeisterschaft 2027 und die Olympischen Spiele 2028. Wie er nun beides unter einen Hut bringen will, ist unklar.

Laut Marca soll Mumbrù eine Vereinbarung getroffen haben, die die Doppelrolle ermöglicht. Doch die Last, ein Nationalteam auf höchstem Niveau zu betreuen und gleichzeitig in der EuroLeague zu agieren, ist enorm. Virtus Bologna, ein traditionsreicher italienischer Klub, der in der Lega Basket Serie A spielt, zählt zu den Top-Teams Europas. Die Konkurrenz ist hart, die Anforderungen hoch.

Die medizinische Vorgeschichte wirft Fragen auf: Gerade nach seiner kürzlichen schweren Erkrankung ist die Belastung für Mumbrù ein zentrales Thema. Kann er physisch und mental den beiden Aufgaben gerecht werden? Die Verantwortlichen des DBB müssen hier genau abwägen und sicherstellen, dass die Gesundheit des Trainers nicht gefährdet wird.

Mumbrùs letzte Station vor dem DBB war Valencia Basket. Dort war er zwei Jahre lang als Cheftrainer tätig, bevor die Spanier im April 2024 ihre Wege trennten. „Wir bedanken uns bei Álex für seine Professionalität und wünschen ihm alles Gute“, hieß es in der offiziellen Erklärung. Als Valencia-Coach stand er 133 Mal in Liga Endesa, EuroLeague und Copa del Rey an der Seitenlinie, verbuchte dabei 63 Siege. Seine Spielerkarriere umfasste ebenfalls Erfolge: 2006 gewann er die Weltmeisterschaft, 2009 die Europameisterschaft und 2007 wurde er spanischer Meister mit Real Madrid.

Ob die Verpflichtung tatsächlich zustande kommt, ist noch nicht offiziell bestätigt. Doch die Gerüchte lassen nicht mehr los und werfen ein Schlaglicht auf die zunehmende Kommerzialisierung des Sports. Ein Bundestrainer, der gleichzeitig eine Top-Klubmannschaft trainiert – ein Novum, das die Zukunft des Basketballs in Deutschland und Europa nachhaltig prägen könnte. Die kommenden Tage werden entscheidend sein.