Mt melsungen zieht dujshebaev an bord – mohr offenbart den wahren grund hinter der kehrtwende
Ein Leugnen im Januar, ein Handschlag im Februar: Daniel Dujshebaev wechselt zur MT Melsungen – und reißt mit seinem Namen ein halbes Dutzend Fragezeichen hinterher.
Andreas Mohr, Vorstand der MT, ließ sich beim Top-Spiel gegen Kiel beim Dyn-Mikrofon nicht lange bitten. „Ende Januar sagte ich noch, das sei kein Thema. Dann kam Mitte Februar das erste konkrete Gespräch.“ Die Wende folgte auf dem Fuße. Warum? Weil Vlad Kulesh und Aaron Mensing sich in Luftlinie zu ähnlich spielen. Beide Linkshänder, beide Flügel-Ideallösungen, beide mit dem gleichen Bewegungsradius. „Wir lieben Vlad, aber wir brauchten eine zusätzliche defensive Kante“, sagt Mohr.
Genau diese Kante trägt spanischen Pass und baskischen Nachnamen. Dujshebaev ist kein reiner Torjäger; er ist der Mann, der auf Halb und Mitte umarmt, blockt, klaut – und dann selbst trifft. „Spanische Schule, deutsche Liga. Das passt“, kommentiert Aaron Mensing knapp, als hätte er die Lücke schon lange selbst gespürt.

Roberto parrondo bleibt bis 2027 – danach wird larsson das zepter übernehmen
Die nächste Bombe tickt bereits. Roberto Parrondo, der Mann, der Melsungen in zwei Jahren aus der Mittelmäßigkeit in die europäische Spur lenkte, soll Paris Saint-Germain auf dem Zettel stehen – genau im Jahr, in dem sein Vertrag in Hessen ausläuft. Mohr schiebt nach: „Unsere Marschrichtung ist klar: eineinhalb Jahre Vollgas mit Roberto. Was danach kommt, entscheidet der neue Vorstand Sport.“ Jenes Amt übernimmt Jesper Larsson, derzeit noch Sportdirektor in Flensburg. Larsson steht vor der Quadratur des Kreises: Er muss Parrondo halten oder einen neuen Kopf finden, ohne die laufende Saison zu destabilisieren.
Die Zahlen sprechen für sich: 34 Interceptions, 62 Blockpunkte – so lautet Dujshebaevs Bilanz in der laufenden Champions-League-Saison. Ein Profil, das in Melsungen fehlte. „Wir haben nicht einfach einen Spieler geholt, sondern eine Lücke geschlossen“, sagt Mohr. Die Fans haben bislang 14.300 Tickets für die neue Spielzeit reserviert, ein Plus von 18 Prozent. Sie glauben der MT, dass aus dem Leugnen von Januar kein Debakel von morgen wird.
Der Countdown läuft. Noch 17 Spieltage, dann steht Dujshebaev im MT-Trikot auf der Platte. Und wenn er das erste Mal mit gestrecktem Arm einen Konter stoppt, wird Mohrs Satz im Ohr hallen: „Passt einfach.“ Ob es auch für Parrondo 2027 passt, entscheidet sich nicht auf dem Feld, sondern im Vorstandsbüro – mit Jesper Larsson am Schreibtisch und Paris im Hinterkopf.
