Mt melsungen stolpert erneut: ignatow schimpft über „hängende köpfe"

Die MT Melsungen hat sich selbst wieder ein Bein gestellt. Gegen den VfL Gummersbach schlichen die Nordhessen mit 24:31 vom Feld – und das, obwohl 35 Minuten lang alles nach Aufbäumen aussah. Dimitri Ignatow, selbst angeschlagen, sah von außen, wie das Selbstvertrauen seiner Kollegen in sich zusammenfiel.

„Wir versenken die klaren chancen – und dann kippt die kopfpartie"

Ignatow packt es in einem Satz zusammen: „Wir haben die klaren Torchancen nicht genutzt.“ Der Rechtsaußen stand in Trainingskluft an der Bande, ein Virus hatte ihn außer Gefecht gesetzt. Was er sah, gefiel ihm nicht: „Viele hängende Köpfe, das passt mir nicht.“ Die MT lag zur Pause noch bei 13:13, doch als Gummersbach auf 19:15 erhöhte, brach bei den Gastgebern die Luft aus. Der Zwischenstand war noch harmlos, das Endergebnis ein K.o.

Die Zahlen sind hart: 24 Tore bedeuten die zweitniedrigste Ausbeute dieser Saison, die 31 Gegentreffer die dritthöchste. Die MT rutscht auf Rang neun ab, Europacup-Plätze sind plötzlich fern. Ignatow warnt: „Was bringt ein Final4, wenn wir nächstes Jahr keen Europacup mehr spielen?“

Vertragsverlängerung trotz krise: „sie haben mir vertrauen geschenkt"

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Genau dieser Blick nach vorn überzeugte Ignatow, trotz des Tiefs bis 2025 in Melsungen zu bleiben. „Fynn Lemke und Andreas Mohr haben mir persönlich gesagt, dass sie mit mir planen – das war der ausschlaggebende Punkt“, erklärt der 27-Jährige. Der Kind der Region fühlt sich verwurzelt, will mithelfen, „wenn wir wieder erfolgreicher sind“.

Sein persönliches Ziel klingt fast bescheiden: „Erst mal verletzungsfrei bleiben.“ Dabei war er vor der Virus-Pause Top-Scorer der MT, hatte in 18 Spielen 62 Treffer erzielt. Ohne ihn fehlte am Samstag die Durchschlagskraft auf Rechtsaußen, die Abwehr bekam die Kreisläufer Gugisch und Weiße nicht in den Griff.

European league rettet nicht die bundesliga-saison

European league rettet nicht die bundesliga-saison

Die MT steht im Viertelfinale der European League, doch Ignatow will den Blick nicht verklären: „Wir dürfen die Bundesliga nicht schleifen lassen.“ Die Auswärtspleite in der Gruppenphase bei Sporting CP (25:31) steckt noch in den Knochen, nun folgt das nächste Debakel. Trainer Heiko Grimm muss seine Rotation überdenken: Seit sieben Pflichtspielen wartet das Team auf einen Sieg.

Am Mittwoch gastiert die MT bei der HSG Wetzlar – ein Gegner, der ebenfalls unter Druck steht. Ignatow wird wieder fit sein und mit seiner direkten Art die Kabine wachrütteln. „Ich hoffe, dass wir jetzt daraus lernen“, sagt er. Sonst wird aus dem Traum vom Final4 schnell ein Albtraum namens Mittelfeld.