Mourinho fliegt erneut: benfica-poker endet mit rotschalke und beleidigungen
José Mourinho hat keine fünf Monate auf der Bank von Benfica Lissabon gebraucht, um sich erneut ins Abseits zu schießen. Nach dem 2:2 im Clássico gegen Porto zeigte Schiedsrichter João Pinheiro dem 62-Jährigen in der Nachspielzeit die Rote Karte – und das, obwohl der Ball nie das Spielfeld verlassen hatte. Die Szene: ein wildes Gedränge zwischen beiden Betreuerbänken, ein angeblich getroffener Pepe, ein wütender Mourinho, der seinem früheren Klub die Leviten liest.
Leandro Barreiro hatte Sekunden zuvor den späten Ausgleich besorgt, da kochten die Emotionen bereits. Mourinho schoss einen Ball Richtung Porto-Bank, behauptet er, „nur, um das Spiel fortzusetzen“. Pinheiro sah das anders und schickte den Sonderling vorzeitig in die Kabine. Im Tunnel dann das nächste Kapitel: ein Schlagabtausch mit Lucho González, Portos Co-Trainer, der Mourinho laut eigener Aussage „fünfzig Mal Verräter“ genannt hatte.
Mourinho zündelt gegen schiedsrichter und ex-klub
„Ich habe meine Seele für Porto gegeben, genauso wie später für Chelsea und Inter“, donnerte Mourinho in die Mikros. „Wenn das Verrat sein soll, dann ist das ein merkwürdiges Verständnis von Loyalität.“ Den Punktgewinn nahm niemand mehr wahr. Stattdessen standen nach Abpfiff 17 Minuten Nachspielzeit, zwei Rote Karten – auch Nicolás Otamendi flog – und eine Anzeige wegen Beleidigung auf dem Spielbericht.
Der Portugiese wetterte weiter gegen den vierten Offiziellen: „Der Mann hat null Kontrolle, null Kommunikation. Er erfindet eine Ball-Attacke, die es nie gab.“ Für Benfica ist das der zweite Rauswurf innerhalb von drei Wochen. Bereits gegen Real Madrid in der Champions-League-Playoff-Runde saß Mourinho nach Gelb-Rot auf der Tribüne – ein Spiel, das wegen rassistischer Beleidigungen gegen Vinícius Júnior ohnehin in Verruf geriet und Benfica das Aus bescherte.

Porto reist nach stuttgart – benfica schaut in die röhre
Während Porto im Achtelfinale der Europa League auf den VfB Stuttgart trifft, bleibt Benfica ohne internationale Perspektive. Die Liga ist jetzt die einzige Bühne, auf der Mourinho noch retten kann, was seine Amtszeit bisher nicht hergibt: Stabilität. Die Fans feuern ihn noch, doch die Geduld der sportlichen Leitung ist endlich. Ein weiterer Knall, und die nächste Trennung liegt näher, als ihm lieb ist.
Mourinho selbst? Er flog nach dem Spiel heim, ohne die Pressezone zu verlassen. Die Kameras fingen ihn ab, wie er durch den Gang stapft – allein, rot im Gesicht, die Hand zur Faust geballt. Die Szenerie ist Programm: Ein Trainer, der sich selbst zum Gegner macht. Die Frage ist nicht mehr, ob er bei Benfica bleibt, sondern wie lange die Vereinsbosse noch mitspielen.
