Motta: vom reggiana-backup zum coppa-italia-helden!

Rom – Fußball-Italien staunt! Edoardo Motta, der junge Torwart, der im Januar von der Reggiana zur Lazio wechselte, hat in einer Nacht mehr bewiesen, wofür er es wert ist. Ursprünglich als zweiter Keeper hinter Provedel eingeplant, katapultierte ihn eine Verletzung des Stammkeepers in den Rampenlicht und bescherte Lazio den Einzug ins Coppa-Italia-Finale durch seine vier gehaltenen Elfmeter gegen Atalanta.

Ein überraschender aufstieg

Die Verpflichtung Mottas war, um es diplomatisch auszudrücken, nicht unumstritten. Nach dem Abgang von Mandas, der für fast 20 Millionen Euro zum Bournemouth wechselte, sollte Motta lediglich die Backup-Position einnehmen. Der Ausfall Provedels änderte jedoch alles. Sarri äußerte sich noch skeptisch: „Ich war völlig anderer Meinung über die Abgabe von Mandas. Aber dieser Junge hat Qualität. Wir müssen ihn im Einsatz sehen.“ Und der Einsatz hat gesprochen – laut und deutlich.

Denn was Motta am Dienstagabend im Elfmeterschießen gegen Atalanta ablieferte, ist schlichtweg sensationell. Nur Adrian Semper von Pisa, vor vielen Jahren gegen Cesena, hatte es ihm in Italien bisher gleichgetan: vier Elfmeter aus fünf pariert. Raspadori traf zwar, doch Scamacca, Zappacosta, Pasalic und De Ketelaere scheiterten an ihm. Ein Abend, der in die Geschichte der Coppa Italia eingeht.

Tränen der freude und der vorfreude

Tränen der freude und der vorfreude

„Ich habe zu viel geredet, habe mich unter Druck gesetzt!“, gestand Motta überwältigt nach dem Spiel. Die Freude war ihm ins Gesicht geschrieben, als er hinzufügte: „Die Coppa-Italia-Finale? Wir hoffen, dass wir die Sache schon vorher erledigen, vielleicht sogar im Triumph. Aber wir werden bereit sein. Ich bekomme viele Ratschläge und bin sehr aufgeregt. So etwas ist mir noch nie passiert. Diese Tränen widme ich allen – den Fans, allen, die mich unterstützen!“

Motta, geboren im Januar 2005 in Biella, durchlief die Jugendabteilung von Juventus, wo er fünf Jahre lang spielte. Es folgten Leihgeschäfte zu Alessandria, Monza und Reggiana, bevor die Biancazzurri ihn fest unter Vertrag nahmen. Seine Karriere verlief bisher eher im Schatten, doch jetzt scheint sein Stern zu leuchten. Mit einem Preis-Leistungs-Verhältnis, das seinesgleichen sucht – Motta kam für einen Bruchteil des Preises, den Lazio für Mandas bezahlte.

Die Frage, die sich nun stellt, ist, ob Motta seine Form halten kann und ob er auch in der Serie A überzeugen kann. Die Zeichen stehen jedoch gut für den jungen Mann, der plötzlich zum Hoffnungsträger der Lazio-Fans geworden ist. Es bleibt abzuwarten, ob er die Erwartungen erfüllen kann, aber eines ist sicher: Er hat sich einen Platz in der Herzen der Lazio-Anhänger verdient.

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