Motogp geht auf die straße: debatte um neuen stadtkurs in adelaide
Motogp revolutioniert den rennkalender
Die MotoGP steht vor einer bedeutenden Veränderung: Ab 2027 wird erstmals ein reiner Stadtkurs fester Bestandteil des Rennkalenders der Königsklasse des Motorradrennsports. Diese Entscheidung, die am Donnerstag bekannt gegeben wurde, hat jedoch auch zu Diskussionen über die Fahrersicherheit geführt. Neben dem neuen Stadtkurs in Adelaide kündigte die MotoGP auch eine Standortveränderung in Australien an. Anstelle des beliebten Kurses auf Phillip Island soll zukünftig im Herzen von Adelaide gefahren werden.

Sicherheitsbedenken im fokus
Ein wesentlicher Kritikpunkt betrifft die Sicherheit der Fahrer. Im Gegensatz zur Formel 1 sind Motorradrennfahrer nicht durch eine Sicherheitszelle geschützt, was größere Auslaufzonen erforderlich macht. Der geplante Stadtkurs in Adelaide wird 4,195 km lang sein und 18 Kurven umfassen. Laut MotoGP können hierbei Geschwindigkeiten von über 340 km/h erreicht werden. Um die Sicherheit zu gewährleisten, soll die Strecke, die bereits in der Vergangenheit Schauplatz von Formel-1-Rennen war, angepasst und entschärft werden.

Versicherung durch die motogp-verantwortlichen
Carlos Ezpeleta, Chief Sporting Officer der MotoGP, betonte, dass die Sicherheit von Anfang an höchste Priorität habe. „Jeder Teil des Adelaide Street Circuit wurde so konstruiert, dass er den höchsten Standards der modernen MotoGP entspricht, damit die Fahrer mit voller Intensität und absoluter Zuversicht fahren können“, erklärte Ezpeleta. Er bezeichnete die Einführung des Stadtkurses als einen wichtigen Meilenstein für die Serie.
Fahrer äußern sich skeptisch und zuversichtlich
Die Fahrer selbst zeigen sich gespalten. Aleix Espargaró (Honda) schrieb auf X (ehemals Twitter), dass die MotoGP sicherstellen werde, dass ausreichend Auslaufzonen vorhanden sind, ähnlich wie auf regulären Rennstrecken. Jack Miller (Yamaha) relativierte die Bezeichnung „Straßenkurs“ und betonte, dass keine Betonmauern direkt an der Rennstrecke stehen würden. Die Anpassungen sollen sicherstellen, dass die Fahrer sich wohlfühlen und ihr volles Potenzial ausschöpfen können.
Legende stoner beklagt verlust von phillip island
Insbesondere Casey Stoner, eine MotoGP-Legende, bedauert den Wegfall von Phillip Island. Er fragte sich kritisch, warum die MotoGP ihre möglicherweise beste Strecke aus dem Kalender streichen sollte. Seit 1997 war die Strecke ein fester Bestandteil der MotoGP und genoss große Beliebtheit bei Fahrern und Fans.
Hintergrund der entscheidung: liberty media
Berichten zufolge wurde die Entscheidung auf Drängen von Liberty Media getroffen. Der amerikanische Medienkonzern, der auch die Formel 1 besitzt, erwarb 2024 Dorna Sports, SL (jetzt MotoGP Sports Entertainment Group) und alle dazugehörigen Rechte für 4,2 Milliarden Euro. Ziel ist es, die globale Reichweite der MotoGP zu erhöhen und neue Zielgruppen zu erschließen. Die Einführung von Stadtkursen wird als ein wichtiger Schritt in diese Richtung angesehen.
Die wichtigsten fakten im überblick
- Erster Stadtkurs in der MotoGP-Geschichte (ab 2027)
- Standort: Adelaide, Australien
- Streckenlänge: 4,195 km
- Anzahl der Kurven: 18
- Höchstgeschwindigkeit: über 340 km/h
- Erwerb von Dorna Sports durch Liberty Media: 4,2 Milliarden Euro
